Lil Nas X Motero Album Review Hollywood Tramp

Review: Lil Nas X klingt innovativ auf Debütalbum „Montero“!

Die Welt hatte bisher nur einige wenige Lil Nas X Hits und natürlich die 2019er EP „7“. Unfassbar, dass erst jetzt das Debütalbum des queeren Musikers erscheint. „Montero“ nennt sich die Platte, auf die nicht nur Fans lange gewartet haben. Ob sich das Album lohnt, sage ich dir jetzt!

Für Fans von: Missy Elliot, Doja Cat, Cardi B
Lieblingstracks: LOST IN THE CITADEL, SCOOP
Ranking: 8/10

Die erste EP in 2019 wirkte eher wie eine schnelle Kollektion von Songs, um den unerklärlichen Hype rund um „Old Town Road“ zu nutzen. Das Debütalbum „Montero“ ist das nicht. Das Album ist gut durchdacht und zeigt einen jungen Mann, der verletzlich ist. Er befindet sich auf der Suche und feiert auf diesem Weg sich, seine Queerness und das Leben. Man könnte sagen, es ist ein authentisches Porträt des grade einmal 22-jährigen Lil Nas X.

MEHR: LIL NAS X TANZT IN „INDUSTRY BABY“ NACKT IN DER GEFÄNGNISDUSCHE!

Drei Singles gab es im Vorfeld: „Montero (Call Me By Your Name)“, „Industry Baby“ mit Jack Harlow und „Sun Goes Down“. Alle Songs inklusive legendärer Musikvideos, wie man sie aus den guten alten MTV-Zeiten kennt. Das Erfolgsgeheimnis ist eigentlich recht simpel. Lil Nax geht offen mit seiner Homosexualität um und bindet diese gekonnt in seiner Kunst ein. Was Männer sonst immer mit Frauen gemacht haben, macht er eben mit Männern. Das polarisiert vor allem in den USA. Zudem ist er bereit sich in kitschige Pop-Welten zu begeben, diese mit etwas Rock und Rap zu vermischen und es mit Rap und Gesang zu schmücken. Das kommt an.

Gerne- und Gästemix der anderen Art

Das Produzentenduo Denzel Baptiste und David Biral arbeiteten an dem Album mit. Musikalisch geht es von satten Beats bis zu eingängigen Melodie. Dabei hat man fast schon das Gefühl, dass es keinen roten Pfaden gibt. Denn das Springen zwischen den Genres ist extrem. Entweder man ist verwirrt oder man sieht es als Erkundungsfahrt. Die Gästen auf dem Album sind ebenfalls gut durchmischt. Von Megan Thee Stallion auf „Dolla Sign Slime“, Doja Cat auf „Scoop“ über Elton John am Klavier bei „One of Me“ und “Am I Dreaming” mit Miley Cyrus.

Kommen wir zu den Songs. Neben den Singles ist „Lost in the Citadel“ eine richtig gute Pop-Nummer, die wohl am meisten überraschen dürfte. Mit einem von der New Wave inspirierten Refrain und nachdenklichem Text, klingt dieser Song überraschend erwachsen. „Void“ ist textlich sehr stark: „So viele Höhen und Tiefen auf der rechten Seite / Ich verbringe übermäßig viel Zeit gefangen im einsamen Einzelgängerleben / suche die ganze Nacht nach Liebe.“ Der Song „Life After Salem“ ist eine Anspielung an die Grunge-Ära der 90er. Nirvana lässt grüßen. Das Album endet mit „Am I Dreaming“, einer hübschen akustischen Ballade, bei der vor allem Miley Cyrus in der zweiten Strophe glänzt.

Muster durchbrechen

„Montero“ ist ein Album für lange Autofahrten im Sommer durch die USA. Road Trip mit Sonnenuntergang. Zudem wird spätestens mit diesem Album klar, dass Lil Nas X, der seine Homosexualität so eng mit seiner Kunst verknüpft, nicht nur von seiner visualisierten Queerness lebt. Natürlich mischt er Pop und Hip Hop auf eine Weise, wie es der Hip Hop vermutlich nie wollte, doch die Essence des Albums ist seine Geschichte, die er durch verschiedenste Genre erzählt. Vielleicht ist der rote Pfaden am Ende der, dass Lil Nas X generell gerne Muster durchbricht. Ein sehr gelungenes Debüt! / Berry

Bild © Sony Music Germany