Years & Years haben einen Hit nach dem anderen geliefert. Mit „King“ gelang ihnen der Durchbruch und die Singles „Shine“, „Eyes Shut“ und Desire“ stehen dem im nichts nach. Wir haben die Newcomer das Jahres 2015 in Hamburg zum Interview getroffen. 

Years & Years 2015 - CMS Source

Dieses Jahr war euer Durchbruch. Ihr spielt fast jeden Tag in einer anderen Stadt in einem anderen Land. Wie übersteht man so einen Tourplan? 

Emre: Das saust alles an uns vorbei, weil es so schnell geht und es so viel ist. Aber wir haben nicht das Gefühl, erschöpft zu sein. Das Touren macht sehr viel Spaß und wir genießen es. Wir haben vor einem Jahr noch hier in Deutschland als Vorband gespielt und mittlerweile sind wir selbst der Haupt-Act. Es wird immer größer und das motiviert uns. 

Bekommt man irgendeine Art von Routine in das Tourleben rein? 

Olly: Es ist verrückt. Es ist jeden Tag anders und oftmals sind wir sehr chaotisch, bis uns jemand den Tagesablauf sagt und wir wissen was zu tun ist. 

Emre: Wir haben am Freitag in einer anderen Stadt hier in Deutschland gespielt und sind seit gestern in Hamburg und haben den Tag frei gehabt. 

Olly: Und wir haben nichts gemacht. Ich bin nicht einmal raus gegangen – lach

Emre: Aber wir waren auch schon sehr oft in Hamburg. Wir kennen hier schon fast alles – lach.

Ja, das Stimmt. Ich habe euch vor einem Jahr als Vorband für Sam Smith gesehen. Damals haben drei schüchterne Jungs die Bühne betreten. Werdet ihr von Show zu Show selbstbewusster?

Olly: Ja, total. Wir haben viel gelernt und Vieles erlebt. Wir haben auch viel über uns selbst gelernt. Man muss aber auch sagen, dass wir die Stücke viel besser drauf haben und viel genauer wissen, wie wir auf der Bühne wirken wollen.

Eine Sache, die ich sehr an Euch schätze, ist die Tatsache, dass Ihr ganz offen mit schwulen Themen umgeht. Olly, du stehst ganz offen zu deiner Homosexualität und hast in einem Interview gesagt, es sei schade, dass schwule Sänger nicht über schwule Liebe singen. Warum denkst du ist das so? 

Olly: Danke, das freut mich. 

Ich denke, dass die Musikindustrie von heterosexuellen Macho-Männern regiert wird. Die haben eine gewisse Vorstellung über das, was sich verkaufen lässt. Sie wollen möglichst die Fantasie eines Jeden bedienen. Von dem kleinen Mädchen bis zur Oma und da passt es nicht, wenn etwas zu „schwul“ ist. Weißt du was ich meine? Man darf ruhig schwul sein, aber nur solange es sich verkaufen lässt. So in etwa kann man es sagen. 

Gibt es also eine Art Homophobie in der Musikszene?

Olly: Ja, absolut. Denn es gibt Grenzen, wenn du einen Namen hast. Dann dürfen bestimmte Sachen nicht gesagt, gesungen oder gemacht werden. Das gilt zum Glück nicht für uns, weil ich das nicht zum Mittelpunkt unserer Band mache. Aber es gibt durchaus andere schwule Künstler, die sich outen und dann dennoch den heterosexuellen Vorstellungen gerecht werden sollen, um Platten zu verkaufen. 

Apropos schwul, um die Kurve zur nächsten Frage zu kriegen: Ihr habt euch zu Halloween als Spice Girls verkleidet – lach. Wessen Idee war das?

Emre: Rate Mal – lach.

Michael: Du wirst nie drauf kommen, wessen bescheuerte Idee das war. 

Kann ja nur Olly sein – lach. 

Olly: Ja, ich habe es so bestimmt, also haben wir es gemacht und es war toll. Wir hatten so viel Spaß. Wir lieben die Spice Girls und es war wirklich witzig. Wir haben uns nicht nur so verkleidet, wir haben auch die Show am Abend in den Kostümen gespielt und ich hatte das Gefühl, dass die jüngeren Fans gar nicht wussten, als wen wir uns verkleidet haben. Die kennen die Spice Girls anscheinend nicht. 

Nun steht ja im nächsten Jahr ein ganz großes Highlight an. Ihr werdet im Londoner Wembley spielen. Ist das eine große Nummer für euch und habt ihr etwas besonderes geplant? 

Michael: Das ist der Wahnsinn. Wir können es kaum glauben und wir haben echt Angst. 

Olly: Aber ich glaube, mittlerweile sind wir soweit, dort zu spielen. Wir haben noch nichts geplant, aber wir wollen etwas Besonderes machen. 

Emre: Vielleicht kommen wir wie Take That vom Himmel runter oder lassen uns so eine übergroße Figur bauen. Ich will auf jeden Fall wie Janet Jackson aus dem Boden geschossen kommen. 

Olly: Das war Katy Perry!

Emre: Das war Janet Jackson! Vielleicht hat Katy das auch gemacht, aber Janet war die Erste.

Olly: Ok, aber durch die Luft fliegen wie Katy Perry wäre auch toll!

Emre: Du merkst, wir haben viele Idee und irgendwie auch keine. Wir werden uns aber etwas ganz Besonders einfallen lassen und freuen uns sehr auf Wembley.

Berry trifft Years & Years  (v.l. Olly, Emre, Berry & Michael)

Berry trifft Years & Years (v.l. Olly, Emre, Berry & Michael)

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Interview: Berry E.
Titelbild: Universal Music