2016 war der Begriff „Straight Acting“ schon einmal ein Thema auf Hollywood Tramp und auch heute muss man ehrlich zugeben, dass sich viele Schwule über den Satz: „Man merkt ja gar nicht, dass du schwul bist“ freuen. Warum das so ist, habe ich mit dem Psychologen Andy im Hollywood Tramp Podcast beleuchtet.

Würde jemand auf die Idee kommen einem Model zu sagen, dass es gar nicht aussieht wie Model? Oder zu einem Piloten sagen, dass man ihm gar nicht anmerkt, dass er ein Pilot ist? Sicher ist, diese Personen würden sich über solch eine Aussage nicht freuen. Bei homosexuellen Männern ist das genau umgekehrt. Zumindest wenn es darum geht, ob sie schwul wirken oder eben nicht.

In dem Artikel aus 2016 erzähle ich von meinen Erfahrungen mit dem Thema und gebe offen zu, dass ich mich früher immer darüber gefreut habe, wenn Menschen mich nicht für homosexuell gehalten haben. Doch das Ganze brachte im Nachgang auch immer ein schlechtes Gewissen mit sich. Wieso stehe ich nicht einfach zu meiner Homosexualität? Umgekehrt fühlen sich die meisten Heteros doch auch angegriffen, wenn man sie für homosexuell hält.

Ein kurzes Glücksgefühl

Sicherlich liegt das auch an dem Geschmack unserer Szene. Die schwulen Männer stehen eben eher auf die „männlichen“ Typen und weniger auf flamboyante Männer, wie Conchita Wurst oder Jorge Gonzalez. Stichwort: Männlichkeit! Wenn Männlichkeit beim Mann gefeiert wird und Weiblichkeit abgelehnt wird, schlüpfen viele Schwule eben in die Rolle des heterosexuellen Mannes. So entsteht das Phänomen „Straight Acting“.

In dieser Folge des Hollywood Tramp Podcasts geht es um genau dieses Thema. Muss man straight acten, um überhaupt Chancen in der Szene zu haben? Wieso geht unsere Szene so mit dem Thema um und wie ist das alles entstanden? Andy hat kürzlich sein Psychologie Studium Abgeschlossen. Zusammen erörtern wir das Thema und gehen mit spannenden Erkenntnissen aus der Folge. Viel Spaß dabei. / Berry

Auf iTunes, Deezer u.v.m. oder direkt hier:

Bild: Men.com