So war es bei der Britney Spears „Piece of Me“-Show live in Las Vegas

Im Rahmen meines „Hollywood Tramp Road to Hollywood“-Travel Specials war es am Sonntag Abend soweit und ich war, wie so viele Hollywood Tramp Leser zuvor schon, bei Britney Spears und ihrer Las Vegas „Piece of Me“-Show. 

„Britney: Piece of Me“ ist die erste Las Vegas Show von Britney Spears. Die Show findet im AXIS-Theater im Planet Hollywood Resort and Casino statt und startete im Dezember 2013 und wurde 2015 verlängert bis Ende diesen Jahres. Ich besuchte die Show am Sonntag den 03. September 2017 und habe somit die zweite Version der Show erlebt.

So war die Show

Man betritt eine große bestuhlte Halle, die direkt in das richtige Partylicht mit der richtigen Musik getaucht ist. Keine hellen Stadionlichter, wie man das von den großen Arenen kennt. Die Stimmung ist somit von Anfang an recht locker. Ein Countdown läuft ab 30 Minuten runter und kurz vor Beginn der Show wird eine Ansage gemacht, dass Britney u.a. möchte, dass alle sich aus ihren Sitzen erheben und eine gute Zeit haben. Kurze Zeit später geht es dann auch schon los.  

Die Show beginnt mit einem Video-Einspieler. Im Hintergrund läuft das Instrumental der Eröffnungsnummer „Work Bitch“, bis dann Britney aus dem Nebel erscheint und die Show eröffnet. Es folgen die großen Hits ihrer Karriere, aber auch neue Tracks aus ihrem aktuellen Album „Glory“. So spielt sie „Slumber Party“, „Make Me“, „Do You Wanna Come Over“ und „Change Your Mind“ gibt es als Videoeinspieler während Britney ihr Kostüm wechselt. Das Finale bilden die Songs „Toxic“, ein Medley aus „Stronger“ und „(You Drive Me) Crazy“, sowie den letzten Song der Show „Till the World Ends“. 

Was war gut an der Show? 

Man merkte von der ersten Sekunde an sofort, dass Britney Spears hier ihren Platz gefunden hat. Sie wirkt ausgelassen, tanzt viel besser als zur letzten Welttournee und scheint richtig Lust zu haben. Das überträgt sich natürlich auch auf das Publikum und die ganze Stimmung. Viele haben mir vorab berichtet, dass die Stimmung komisch war und das Publikum nicht wirklich mitgegangen ist. Das war an diesem Abend anders. Die Stimmung war gut, auch wenn die Leute während der Show eher gespannt gucken, als feiern. Doch es gab zwischen allen Songs viel Applaus. Auch das Bühnenbild war toll. Die Show wechselt ständig von Akt zu Akt in eine neue Welt. Mal ist es futuristisch mit Neon und Lasern, dann wiederum sind wir im Zirkus und dann wieder mitten in einem Regenwald. Auch die Versionen der Songs sind toll. Alte Klassiker wie „Baby One More Time“ und „Oops! … I Did It Again“ haben einen neuen Anstrich bekommen und generell gibt es immer wieder kleine Medleys, die überraschen. Bei dem letzten Song „Till The World Ends“ ist dann wieder „Work Bitch“ mit drin (die Eröffnungsnummer), womit eine Art musikalischer Kreis geschlossen wird. 

Was war nicht so gut? 

Über den Punkt, dass Britney nicht Live singt, müssen wir hier nicht sprechen. Das weiß in der Regel jeder Gast im Vorfeld, bevor er sich die Karte kauft. Komisch war sicherlich, dass „Change Your Mind“ einfach als Videoeinspieler mit einer Montage aus alten Videos, wie eine Pause, schon nach dem dritten Song kam. Da hätte man sich sicherlich eine bessere Überbrückung überlegen können. Komisch ist es auch, wenn bei alten Songs tatsächlich die alten Tonspuren benutzt werden, wo sich Britney noch recht kindlich anhört. Größtes Problem ist aber der Aufbau der Show. Es fängt extrem stark an. Britney tanzt super und es folgt ein Knaller nach dem nächsten. Doch die Show erschöpft sich dann zum mittleren Abschnitt total. Es sind ab einem bestimmten Punkt immer die – gefühlt – gleichen Moves und dann folgen Songs, die eben keine Hits waren. Bei „Breath On Me“, „Touch Of My Hand“ und „Make Me“ erreicht die Show einen Stimmungstief. Zum Ende hin fängt sich die Show aber wieder und endet mit einem großen Knall und super Stimmung, was auch nötig ist, um mit einem guten Gefühl raus zu gehen. Ganze 100 Minuten geht die Show und es gibt kaum eine Minute, in der Britney nicht am tanzen und performen ist. 

Vegas ist eben für die breite Masse 

Man merkt, das vor allem bei den Nummern aus ihrem aktuellen Album „Glory“ und bei Songs, die keine Singles oder Welthits waren, das Publikum schnell gelangweilt ist. Die Besucher fangen an raus zu gehen und sich Getränke zu holen und setzen sich stellenweise alle wieder hin. Hierzu muss man sagen, dass Vegas eben keine Britney Tour ist. Man merkt, dass diese Show für ein breites Publikum ausgelegt ist und nicht für den hardcore Britney Fan. Es sind nicht nur Britney Fans in erster Linie dort, sondern viele Vegas Besucher, die vielleicht spontan noch ein Ticket gekauft haben, weil sie es witzig finden oder spontan mal Britney sehen wollen, weil sie schon einen sitzen haben. Dementsprechend ist es toll, dass sie dennoch auch andere Nummer, und nicht nur die Hits, einbaut, aber das Publikum besteht eben aus vielen menschen, die viele Britney Nummern nicht kennen. Sie wollen eben die Hits und gehen auch nur dann ab. Die ganze Show wirkt eigentlich wie ein Britney Spears Musical, was es irgendwie ja auch ist. Eine Vegas Show ist eben eine Art Illusion und keine Welttour, die sich nur an die Fans richtet. Dennoch hat es sich mehr als gelohnt und wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Show noch bis Ende 2017 ansehen. 

+++Update 11.10.2017 +++

Nun gibt es die aktuelle Setlist der Vegas Show als Playlist auf Spotify. Dass man da erst jetzt drauf gekommen ist…aber gut, lieber spät, als nie! Viel Spaß.

Bild: By Kristopher Harris from Charlotte, NC (IMG_6226) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons