San Francisco ist sicherlich die europäischste Stadt in den USA und gilt als Mekka der Gay Szene. Nicht nur die heutige Szene spielt eine wichtige Rolle, sondern auch die LGBT-Geschichte dieser Stadt ist mehr, als wichtig. Somit habe ich mich 3 Tage auf nach San Francisco gemacht, um genau diesen Spirit zu erkunden. 

Eine neue Studie hat ergeben, dass 15 % der Einwohner von San Francisco schwul sind. Das bedeutet, jeder sechste Einwohner. Die Stadt hat eine lange Geschichte an schwulen Bars, Theatern, Kinos und LGBT-Aktivismus. San Francisco gilt also nicht umsonst als schwule Hauptstadt der USA. Hauptpunkt der Szene ist das Castro Viertel, wo es diverse Bars, Restaurants, Theater und Musicals gibt. Auch die Geschichte der Stadt lässt sich im „Harvey Milk’s Old Camera Store“ erkunden, der heute eher so etwas wie ein Store für Menschenrechte ist. Harvey Milk war übrigens der erste offen schwule Politiker der USA und Bürgerrechtler der Schwulen- und Lesbenbewegung. 

Doch mit Castro ist die Stadt noch lange nicht erkundet. Ausserhalb des Viertels gibt es ebenfalls sehr viel zu erleben. Der Bereich rund um Northern Californian und der Bay Area sind, wie die ganze Stadt, extrem liberal und hier braucht sich kein LGBT-Paar zu verstecken. Ganz im Gegenteil! Die einzigen Menschen, die nicht an homosexuelle Paare in der Stadt gewohnt sind, sind die Touristen. 

Die Stadt bietet neben den typischen Sehenswürdigkeiten, wie dem Cable Car und der Golden Gate Bridge – von mir liebevoll Golden Gay Bridge genannt – jede Menge interessante Museen. U.a. eröffnet bald das erste „Museum of Ice Cream“ in der Stadt. Weiter sind auch Chinatown und die Gegend rund um Fisherman’s Wharf sehr spannend. Bei gutem Wetter ist San Francisco perfekt für Radtouren und die Stadt bietet jede Menge Möglichkeiten sich ein Fahrrad auszuleihen und z.B. eine Tour über die Golden Gate Brücke zu machen. 

Apropos Wetter. Das Wetter in San Francisco ist kälter, als im Rest von Kalifornien. Im Sommer ist es oftmals nebelig und frisch. Im Winter ist es eher regnerisch. Generell liegt San Francisco in einer Zone, in der die Temperaturunterschiede an einem Tag enorm sein können. Hitze am Mittag und eiskalt in der Nacht. Bei dem richtigen Wetter – und da habe ich dieses Mal wirklich sehr viel Glück gehabt – ist diese Stadt ein ganz besonderer Ort. Die Menschen hier sind offen, herzlich und geben dem Flair der Stadt noch das gewisse Extra. Nicht nur die Gay Szene ist sehenswert, auch die Stadt selbst ist jede Reise wert!

Titelbild: By Burkhard Mücke (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
Bilder: Hollywood Tramp