Influencer und Sportler Noah Beck

Queer-Baiting ist der neue Trend bei hetero Influencern!

Der sehr erfolgreiche Influencer Noah Beck gerät in den sozialen Medien unter Beschuss, weil er angeblich Queer-Baiting betreibt. Als heterosexueller cis-Mann benutzt er Elemente, um eine queere Followerschaft fälschlicher Weise anzuziehen.

Wenn es um Repräsentation in Medien geht, hat es unsere LGBTQ+-Community nicht leicht. In Film und TV sind wir unterrepräsentiert und somit ist die Sehnsucht der Community nach LGBTQ+-Figuren groß. Wir nehmen, was wir kriegen können, könnte man sagen. Hauptsache es gibt mal eine Figur mit der auch wir uns identifizieren können. Genau diesen Aspekt nutzen viele Medien und nun auch Influencer aus.

LGBTQ+-Klicks durch Täuschung

Queerbaiting ist eine Marketing-Technik bei der eine Art gleichgeschlechtliche Romantik oder andere LGBTQ-Darstellungen andeuten wird, die es aber nicht gibt. Das ist z.B. der Fall, wenn während einer ganzen Staffel zwei Charaktere als deutlich homosexuell dargestellt werden, um LGBTQ+-Zuschauer am Ball zu halten, sie sich am Ende aber nicht küssen, outen oder ähnliches.

Der 19-jährige TikTok-Star und Content-Ersteller, Noah Beck, erschien kürzlich auf dem digitalen Cover der neuesten Ausgabe des VMAN-Magazins und trug Absätze, Netzstrümpfe und schwarzen Eyeliner. Als Beck, der sich selbst als heterosexuell bezeichnet, letzte Woche das VMAN-Titelbild auf seinem Instagram-Account veröffentlichte, schrieb er dazu: „f **k Dich toxische Männlichkeit“. Dieser Titel wurde nachträglich geändert, denn viele Menschen waren zu Recht nicht damit einverstanden. Ein konventionell attraktiver, heterosexueller cis-Mann, der weibliche Ästhetik nutzt, um toxische Männlichkeit abzubauen, wollten ihm seine Follower nicht abkaufen. Immerhin werden queere Menschen für genau diese Ästhetik unterdrückt, gemobbt und ausgegrenzt.

Breaking Gender Norms?

Es ist nicht das erste Mal, dass Noah Beck unter Beschuss gerät. Im Juli 2020 wurde ihm zum ersten Mal Queer-Baiting vorgeworfen, nachdem er in einem Video vom YouTuber Bryce Hall zusammen mit dem schwulen Make Up Artist James Charles zu sehen war. Die Überschrift des Videos lautet „Noah Beck ist mit James Charles zusammen“ und das Titelbild zeigte die beiden Männer sehr intim zusammen. Es sollte den Eindruck erwecken, dass sie die Möglichkeit einer Beziehung zwischen Beck und Charles bestehe, nur um Klicks generieren.

Später im August 2020 wurde Beck vorgeworfen, homophob zu sein, nachdem er Social-Media-Beiträge geliked hatte, die sich gegen die Queere Community äußerten. Dennoch gab es auch Stimmen, die das Becks-VMAN-Cover verteidigen und sagten, dass er damit tatsächlich etwas für die Darstellung von Männlichkeit in den Medien tut.

Doch Naoh Beck ist nicht der einzige Influencer, der das Queer-Baiting für sich entdeckt hat. Ein weiterer Name, der hier immer wieder fällt ist Mario Adrion. Der gebürtige Alpirsbacher ist ein internationales Model und Youtuber. Durch seinen Auftritt bei „Germany’s Next Topmodel“ ist er auch in Deutschland bekannter geworden. In einem YouTube Video hat er sich zwar offen für sein Queer Baiting entschuldigt, doch wirklich geändert hat er seine Inhalte seitdem nicht wirklich.

Auch Megastar Bella Hadid musste sich Vorwürfe gefallen lassen. In einer Calvin Klein Kampagne, sieht man das Supermodel mit der Influencerin Lil Miquela und wie sie sich küssen. Obwohl die Kampagne anfangs gefeiert wurde, folgte Tage später von der LGBTQ+-Community und Verbündeten starke Kritik.

Der Grad zwischen genialer Marketing Strategie und Irreführung ist schmal. Doch allmählich können wir nach und nach erkennen und dazu beitragen, dass solche Dinge offen benannt werden. Die jüngere Generation verdient eine realistische Darstellung und nicht Menschen, die so tun als ob, um damit einen wirtschaftliches Ziel zu verfolgen. Wir schulden es vor allem denen, die ihre Sexualität nicht ausleben können, sind wir das schuldig. / Berry

Bild © Instagram/Noah Beck