Sie ist die amtierende Königin des Vocal-Pop und das Vorbild einer Generation. Ariana Grande veröffentlicht mit „Positions“ ihr sechstes Studioalbum und ich sage euch jetzt, ob sich die Platte lohnt.

Abgesehen von ihrer „Rain on Me“-Kollabation mit Lady Gaga, war es ein eher ruhiges Jahr rund um Ariana Grande. Im Januar performte sie noch bei den Grammy Awards und schon haben wir Oktober und ein neues Grande Album ist da. Die Zeit fliegt, Kinder. Ihr sechstes Studioalbum ist das dritte Album in drei Jahren, WOW! Somit war die Tatsache, dass tatsächlich ein neues Album kommt, mehr als man erwarten konnte.

Ariana Grande ist so explizit, wie noch nie!

Auf „Positions“ hört man Ariana Grande in einem ausgesprochen ausgereiften und unverwechselbaren R & B-Sound, der seine Anfänge auf „Sweetener“ schon erahnen ließ. Während Ariana Grande früher eher süß war, ist sie nun reif und furchtlos. Vielleicht klingt „Positions“ deshalb auch so notgeil.

Ariana Grande ist explizit, wie auf dem ironischen Song „34 + 35“. Ihre Texte sind einfach, ehrlich und voller Lust. „nasty“ ist eine sinnliche Schlafzimmer-Pop-Ballade mit Trap-Beats und auch bei „off the table“ mit The Weeknd bleibt kein Kleidungsstück am Körper. Auf „Love Language“ liegt ein Disco-Stil über dem R&B-Sound. Sicherlich einer der Songs, die sehr auffallen.

Bei „Motive“ fragt sie sich, ob ihr neuer Freund zu gut ist, um wahr zu sein. In „Six Thirty“ lässt sie sich ein gemeinsames Leben vorstellen, jedoch mit Zweifel. Auf dem Titeltrack und der Lead-Single bekennt sie sich zu ihrer Vielseitigkeit als Partnerin. Jazzig und verspielt wird es mit „My Hair“, der vielleicht auch der verletzlichste Moment der Platte ist.

„Positions“ ist kein karrierebestimmendes Meisterwerk, aber…

Fast alles andere auf dem Album dreht sich um den Nervenkitzel und die Ängste, die entstehen, wenn man sich in eine Beziehung stürzt. Die Umstände sind deutlich weniger turbulent als die, aus denen die letzten beiden Alben von Grande hervorgegangen sind. Da war der Terroranschlag auf eines ihrer Konzerte, der Tod ihres Ex-Freundes Mac Miller und eine zerbrochene Verlobung mit Pete Davidson. Das scheint überwunden zu sein und so ist „Positions“ das Resultat einer Zeit, in der auch Ariana Grande aufgrund der Pandemie zurückhaltender lebte.

„Positions“ ist kein karrierebestimmendes Meisterwerk, aber es weist eine deutlichere, ansprechendere klangliche Identität auf und zeigt uns Ariana Grande in einer Nische, die sich selbst erschaffen hat. / Berry

Bild: Dave Meyers / Universal Music