P!nk veröffentlicht heute mit „Hurts 2B Human“ ihr achtes Studioalbum, welches nur eineinhalb Jahre nach „Beautiful Trauma“ das Licht der Welt erblickt. Dabei zeigt sich die Sängerin so tiefgründig, wie man es von ihr kennt. Ob sich die Platte lohnt, sage ich Euch jetzt!

Die Wege des Pop-Himmels sind unergründlich und dementsprechend überraschend war auch die Ankündigung eines neuen P!nk Albums für dieses Jahr. Immerhin liegt die Veröffentlichung des Vorgängers „Beautiful Traum“ nur eineinhalb Jahre zurück. Entweder ist P!nk einfach super gut darin, auf Tour neue Songs zu schreiben oder sie hatte einfach schon viel Material zusammen, bevor ihre große „Beautiful Trauma“-Tour startete.

Alle Facetten von P!nk vereint

Auf „Hurts 2B Human“ kann man ganz gut die verschiedenen Persönlichkeiten der Sängerin erkennen. Wir bekommen beinahe eine Zusammenfassung aller P!nk-Egos, die man so kennt. Von der Heartbroken P!nk bis zur Rock-Blood-P!nk ist alles vertreten. Das Album startet mit „Hustle“. Eine Nummer, die für P!nk Live Shows wie auf den Leid geschrieben ist. Mit der ersten Single „Walk Me Home“ hat P!nk eine Hymne wie aus „The Greatest Showman“ erschaffen, die dank Nate Ruess als Cowriter, deren Duett „Just Give Me A Reason“ um keinen Millimeter nachsteht.

Der Facetten-Wechsel geht von Song zu Song weiter. Auf der Dance-Nummer (Eigentlich fast schon P!nk´s erst Club Nummer in Jahren) „Can We Pretend“ mit Cash Cash klingt P!nk neu und frisch. Während sie auf dem von Sia mitgeschriebenen Song „Courage“ so verletzlich wie noch nie klingt. „Happy“ wurde von Teddy Geiger und Shsha Sloan mitgeschrieben und erinnert etwas an das Wegweisende „Missundaztood“-Album von P!nk. Weitere Songs, die herausstechen sind die Duetts, die P!nk immer mehr zu ihrem Markenzeichen macht. „90 Days“ mit Wrabel, Khalid auf „Hurts 2B Human“ und Chris Stapleton auf „Love Me Anyway“ sind wundervolle Balladen, die irgendwie ihre neue Stärke zu sein scheinen.

P!nk muss sich nicht neu erfinden

Aus irgendeinem Grund schafft es P!nk, weiterhin mit jeder Platte relevant zu bleiben. „Hurts 2B Human“ ist kein Kompromiss und kein Schnellschuss, sondern eine Platte, die frech, verletzlich, sympathisch und vor allem abwechslungsreich ist, wie P!nk selbst. Sie muss sich nicht neu erfinden oder plötzlich ein reines Dance oder Country Album machen, nur um angesagt zu bleiben. Sie braucht keine Nicki Minaj, Dua Lipa, Ariana Grande oder Maluma, um sich jüngeren Hörer zugänglich zu machen. P!nk bleibt in ihrer Liga und ihre Fans wachsen mit ihr. Genau das ist „Hurts 2B Human“. Auch wenn ihre Songs eine gewisse Fließbandqualität haben und die Massen ansprechen, spürt man die Songs so sehr, dass es einem schwer fällt, von einem Produkt der Popindustrie zu sprechen. Dazu ist P!nk auch 2019 noch viel zu echt!

Foto: Ryan Aylsworth