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Heute (15. Sep. 2016) veröffentlichte Olivia Jones einen offenen Brief auf ihrer Website, aus dem hervorgeht, dass die Künstlerin die AfD (Alternative für Deutschland) angezeigt hat. 

Olivia Jones hat die AfD Sachsen-Anhalt angezeigt und wirft der Partei Volksverhetzung vor. Im Kern ihrer Anzeige geht es darum, dass ihr Kinderbuch „Keine Angst in Andersrum“, welches Kindern das Thema “Homosexualität” näher bringen soll, von der AfD mit Kindesmisshandlung gleichgesetzt wurde. Die genaue Begründung, die Olivia Jones als offenen Brief auf ihrer Website veröffentlicht hat, gibt es hier:

Sehr „geehrte“ AfD Sachsen-Anhalt,

mir reicht’s! Ich habe auf der Davidwache gegen Ihren Vorsitzenden André Poggenburg Anzeige erstattet. Mir ist klar, dass er das von jemandem wie mir vermutlich als „Ritterschlag“ empfinden wird. Aber ich will mich später nicht fragen lassen müssen, warum ich die Klappe gehalten habe.

Ja, in einer Demokratie darf man unterschiedlicher Meinung sein und ich bemühe mich, auch die – aus meiner Sicht – absurdesten Ängste ernst zu nehmen. Aber wenn auf der Partei- und Fraktions-Facebookseite der AfD Sachsen-Anhalt Homosexualität mit Pädophilie in Zusammenhang gebracht wird, ist das für mich keine Frage von Meinungsverschiedenheiten mehr, sondern Volksverhetzung.

Für alle, die sich jetzt fragen, was genau passiert ist:

Das „Ministerium für Gleichstellung“ in Sachsen-Anhalt hat u. a. für Kitas und Grundschulen eine Broschüre mit Kinderbuch-Empfehlungen zum Thema „Homosexualität“ und „gleichgeschlechtliche Beziehungen“ veröffentlicht (darunter auch mein Buch „Keine Angst in Andersrum“). Toll, mutig, lobenswert!

Leider hatte die AfD Sachsen-Anhalt und ihre Fraktion daraufhin nichts Besseres zu tun, als u. a. auf ihrer Facebookseite eine merkwürdige Erklärung von Herrn Poggenburg gegen „Frühsexualisierung“ zu veröffentlichen. Das dazugehörige Bild verunglimpft nicht nur die Broschüre, sondern stellt auch noch Aufklärung über Homosexualität mit Kindesmissbrauch auf eine Stufe. Überschrift: „Neue Bildungslektüre für Kinder“. Auf der linken Seite: „Wie kann ich als Kind Sex haben? 5 Schritte einfach erklärt. Heute: Warum Du in Wirklichkeit homo bist.“ Und auf der rechten Seite: „Schreibe Deine sieben erotischen Szenarien mit einem Erwachsenen auf.“

Da hört für mich der „Spaß“ als „betroffene“ Autorin dann endgültig auf. Und sollte mir jetzt jemand mit „Humor“ oder „Satire“ kommen, kann ich nur sagen: Da bleibt mir das Lachen im Halse stecken. Millionen Menschen mussten und müssen unter solchem „Humor“ leiden. Menschen, die sich Ihre Homosexualität nicht ausgesucht haben, die auch nicht schwul „gemacht“, sondern so geboren wurden.

Liebe AfD Sachsen-Anhalt, ich frage mich ernsthaft, ob eigentlich jemals eines Ihrer Fraktionsmitglieder eines der vom Ministerium empfohlenen Bücher gelesen hat. Ich schicke Ihnen meins gerne kostenlos zu. Wenn’s sein muss, komme ich sogar zum Vorlesen vorbei.

Vielleicht fällt Ihnen dann endlich auf, wie einfach man Kindern erklären kann, dass es noch andere Beziehungsformen als Mann-Frau oder Mutter-Vater-Kind gibt, dass davon die Welt nicht untergeht und es sogar in der Natur vorkommt – und zwar alles ohne auch nur einmal das Wort „Sex“ zu benutzen. Was können denn bitte Kinder dafür, wenn Sie als Erwachsene beim Thema Liebe immer gleich an Sex denken müssen?

Also: Erst überlegen, dann reden, nicht immer alles in einen Topf schmeißen und die Kirche auch mal im Dorf lassen – sonst ist es bald wieder nicht mehr weit bis zum nächsten Scheiterhaufen.

Die Welt braucht Feuerwehrleute. Brandstifter gibt es schon genug.

Hören Sie endlich auf, zu zündeln.

Olivia Jones & „Familie“

P. S.: Hoffentlich gibt’s bei der Berlin-Wahl den Denkzettel!

Bild: By 9EkieraM1 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Auf Hollywood Tramp teilt Berry E. eine bunte Auswahl an LGBT-Themen, Musik, Style, Sexappeal und Events, die ihn bewegen.

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