Es gibt viele internationale Dragqueens, die mehr oder weniger erforgreich, Musik machen. In Deutschland sieht das dann doch wieder etwas anders aus. Nur wenige Queens, wie Gloria Viagra, Marcella oder Yoncé Banks haben sich auch als Musik-Akt versucht. Nun folgt die Hamburger Dragqueen Nicki Dynamite!

Nicki Dynamite hat sich als Performerin bei der Halftime Show meiner Eventreihe G.A.Y. deutschlandweit einen Namen gemacht. Mit ihren Shows hat sie das ganze Land bespielt und auch in der Schweiz eine große Fanbase für sich gewinnen können. Dass sie irgendwann ihr eigenes Material performen wird, war nur eine Frage der Zeit.

Mit „Fly Me To The Moon“ hat sie ihre erste Single veröffentlicht und greift förmlich nach dem Mond. Zu bemerken ist, dass Nicki vom Text, über Beats, Produktion, Looks, Choreo, Video, Schnitt bis Artwork alles in Eigenarbeit verwirklicht hat. Sie ist zu 100% Herrin ihres Images und ihrer Kunst. Im Interview will ich sie euch nun etwas persönlicher nahebringen. Viel Spaß / Berry

1. RuPaul, Alaska, Courtney usw. viele Drags machen auch Musik. Wann war dir klar, dass auch Nicki das Zeug dazu hat?

Die Idee war immer schon da, denn was viele nicht wissen, ich hab in meiner Kindheit und Jugend schon viel Live Musik gemacht, war Leadsänger in einer Band und auch damals schon vor großem Publikum aufgetreten. 
Aber damals gab es Nicki noch nicht und ich musste erstmal einen Weg und vorallem einen Sound finden der mich in Drag so repräsentiert, wie ich mich damit 100% wohl damit fühle. Zeit hatte ich dieses Jahr auf jeden Fall genug dafür!

2. Wie viel von dir steckt in deiner ersten Single „Fly Me To The Moon“?

Die Textzeile In dem Song “I pushed my heart to the limit“ beschreibt es eigentlich ganz gut.. haha..Da ich so gut wie alles selbst mache kann man zwischendurch schon mal etwas verzweifeln an einem Berg von Arbeit der sich auftut wenn man erstmal entscheidet einen Song rauszubringen. 
Das produzieren des Tracks war das kleinste Problem, weil ich eigene Songs und Remixe mache seit ich 15 bin, aber sich zu überlegen was will ich aussagen.. wie soll es sich anhören.. was möchte ich mit meinem Text aussagen…ach ja ein Musikvideo will ich natürlich auch…. und vor allem musste ich meinen Gesang erstmal wieder trainieren, denn ich bin ein bisschen eingerostet die letzten Jahre. Es war ein langer weg, aber ich bin umso glücklicher das mein erstes “Baby“ endlich raus ist! 

3. Du hast ja eben gesagt, dass du fast alles, vom Text, Musik über Video, selber gemacht hast. Bist du ein Kontrollfreak?

Wenn es um meine Arbeit als Nicki geht auf jeden Fall! Ich bin gerne gut vorbereitet um die Momente, sei es bei Shows oder Dj Gigs, wirklich geniessen zu können. Ich versuche nichts dem Zufall zu überlassen aber im Entstehungsprozess von Fly me to the moon habe ich auch gelernt das Zufälle wunderbar sein können! 

4. Wo soll es mit Nicki Dynamite als Musikerin hingehen?

An erster Stelle geht es mir an Spass am Musik machen, sich einfach kreativ auszutoben, denn ich habe (wieder) entdeckt das das genau mein Ding ist. Ich möchte die Leute ein bisschen aus dem Alltag holen und bock drauf machen das Tanzbein zu schwingen! Dabei hab ich mich gaaanz leicht vom House- und Techno-Pop Sound der 90er Jahre Inspirieren lassen. Selbstverständlich träume ich auch davon irgendwann meine eigenen Songs in großen Shows zu Inszenieren, das wär natürlich Mega! Ideen für weitere Projekte sind auf jeden Fall da!  

Bilder: Annagraphy