Max Giesinger ist durch seine Teilnahme bei „The Voice of Germany“ berühmt geworden und es passierte natürlich das, was immer nach einer Castingshow passiert: es wird ruhig um die Person und kaum ist die Staffel zu Ende, folgt auch schon das Ende einer Karriere, die nicht mal begonnen hat. Max Giesinger hat das Gegenteil bewiesen und gezeigt, dass man auch Jahre nach der Teilnahme bei „The Voice“, eine eigene und extrem erfolgreiche Karriere starten kann. Zuletzt gewann er sogar bei dem MTV EMAs als „Bester deutscher Act“. Ich habe ihn zum Interview getroffen.

max_mitgrain_kai-marks

In wie weit fühlt sich dein jetziger Erfolg wie eine neue Karriere nach „The Voice“ an? 

„ The Voice“ ist jetzt schon ganze 5 Jahre her. Was viele nicht mitbekommen haben, ist dass ich in der Zwischenzeit immer dran geblieben bin und viele Touren und Konzerte gespielt habe. Das war aber lange Zeit in einem Größenbereich, wo das Medieninteresse einfach nicht so groß war und ich für viele Leute wahrscheinlich weg vom Fenster war. Meinen bisherigen Weg würde ich nicht in verschiedene Karrieren aufteilen, ich mach jetzt einfach seit 18 Jahren Musik und dieses Jahr ging es dann einfach mal ein bisschen mehr ab wie sonst.

Ich bewundere es, dass du immer an der Musik dran geblieben bist. Was hat dich in aussichtslosen Zeiten besonders motiviert, um nicht aufzugeben? 

Die Erkenntnis, dass ich wohl mit keinem anderen Job glücklich geworden wäre und den tiefen Glauben daran, dass es alles eine Frage der Zeit ist, bis meine Songs durch Glück oder Zufall in die richtigen Hände geraten. Man kann sein Glück ja auch ordentlichen pushen in dem man einfach viel arbeitet. Ich hätte anstatt 35 Songs auch nur 12 schreiben könne, dann wäre das Material wahrscheinlich nicht so stark gewesen und es wäre alles ganz anders gekommen.

mg_presse01_fullklaussahm

Dein Album „Der Junge, der rennt“ ist super erfolgreich. Wie fühlt sich das an, wenn plötzlich die breite Masse auf etwas Zugriff hat, dass so persönlich ist?

Das ist immer noch ein total abgefahrenes Gefühl. Ich meine da sind Tracks drauf, bei denen ich auf Konzerten echt Gänsehaut bekomme und mir Gedanken kommen wie „ Wow. Sowas würdest du eigentlich nur deinem besten Kumpel erzählen und jetzt haust du etwas derartig privates vor tausenden Leuten raus“. Aber mir war wichtig, dass die Platte ehrlich ist und ich über die Singe, die mich bewegen. Es ist schön zu sehen, dass das so viel Anklang findet.

Man hat das Gefühl, dass du immer der nette Junge von nebenan bist, keine Starallüren hast und man mit dir ein Bierchen trinken kann. Was hält dich so authentisch und wie vermeidest du es nicht abzuheben?  

Ich hab einfach immer Musik gemacht, weil ich es liebe Auftritte zu spielen und es für mich nichts größeres gibt. Ich mach das Ganze nicht des „Star seins wegen“ sondern weil ich einfach total drauf immer on the Road zu sein und diese ganzen verrückten Abenteuer zu erleben. Dann gibt’s noch meine Band und meine besten Kumpels mit denen ich schon seit Jahren unterwegs bin. Wir sind zusammen in das Ganze reingewachsen und haben auch schon in den kleinsten Clubs gespielt. Da weiß man woher man kommt und das man sich das ganze nicht zu Kopfe steigen lassen soll, weil auch alles wieder sehr schnell rum sein kann. Es gibt keinen Grund am Rad zu drehen.

Machen wir uns nichts vor. Nicht nur Frauen stehen auf Dich, auch viele Männer sehen in dir den perfekten „Boyfriend“. Wie gehst du mit Komplimenten oder Flirtversuchen von männlichen Fans um? 

Da fühlt man sich natürlich geschmeichelt. Flirtversuche kommen eigentlich so gut wie nie vor. Ich glaub die Jungs checken schnell, dass ich komplett hetero bin.

Max, wie wird es weiter gehen? Gibt es schon Pläne für eine Tour in 2017?

Auch im nächsten Jahr wird wieder mega viel los sein.

Nachdem ich im Januar erstmal drei Wochen in Urlaub fliege geht’s im Februar mit dem zweiten großen Tourteil weiter. Da sind wir in so ziemlich jeder Ecke und dann stehen auch schon wieder etliche Festivals im Kalender. Es wird also ordentlich was passieren an der Livefront.

Bilder: Kai Marks (Titelbild) / Klaus Sahm

Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!

Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!