Mandy Capristo veröffentlichte heute ihre neue Single „13 Schritte“ zusammen mit dem sommerlichen Musikvideo dazu. Sicherlich ein großer Schritt für Mandy, denn es ist Mandy Capristos Solo-Debüt bei Warner Music. Ich habe mit ihr kurz vor dem großen Tag über die neue Musik und ihre LGBTQ+ Fans gesprochen.

Sarah Connor hat es getan, Jeanette Biedermann ebenfalls und Joy Denalane wechselte in ihrer Karriere schon mehrfach zwischen der deutschen und der englischen Sprache. Nun veröffentlicht Mandy Capristo, die wir alle durch Monrose lieben gelernt haben, ihre deutsche Solo Single. Mandy hat in ihrer Karriere schon mehrfach auf Deutsch gesungen – wie z.B. im Musical „Aladin“ oder auf der gemeinsamen Single „Si es amor“ mit Larsito – doch es ist schon eine andere Nummer, als Solokünstlerin die Sprache zu wechseln.

In welche Richtung wird es gehen?

Ihr kommendes Album wird auf Deutsch sein und dementsprechend aufregend ist auch die erste Single. Wie wird Mandy klingen? Macht sie auf Helene Fischer? Wird sie wie Sarah Conner sein? Genau da liegt der Knackpunkt. Bei so vielen erfolgreichen Solokünstlerinnen im deutschsprachigen Bereich und Vorgängerinnen, die zuvor schon vom Englischen ins Deutsche gewechselt haben, braucht man den berühmten eigenen Stempel.

Frisch, tanzbar, anders!

Den hat „13 Schritte“ allemal. Ich fühlte mich nicht eine Sekunde lang an eine andere Künstlerin erinnert. Ganz im Gegenteil. Mandy überrascht, in dem der Song sehr sehr tanzbar ist. Sie hält sich stimmlich, gemessen an dem, was sie kann, eher zurück (was ich als total neu empfinde) und auch der Songaufbau ist eben nicht so ganz typisch 0815 Radio-Hit. „13 Schritte“ klingt eigen und das ist gut so!

Um den neuen Song, das neue Label und sagen wird mal „neue“ Sprache zu feiern, habe ich mit Mandy vorab über ihre neue Musik gesprochen. Wer zudem den „5 Jahre Hollywood Tramp“ Live Stream geschaut hat, hat letzte Woche schonmal ein erstes Lebenszeichen von Mandy bemerkt. Viel Spaß aber erstmal mit dem Interview. / Berry

Interview

Liebe Mandy, deine neue Single ist in deutscher Sprache. Das ist allerdings nicht das erste Mal, dass du auf Deutsch singst (z.B. Aladin). Wie kam es zu dem Entschluss nicht bei englischen Texten zu bleiben?

Es war ein langer Prozess. Wenn ich lang sage, meine ich laaaaang. (Lach) Diese Zeit  hat mich durch viele verschiedene, vor allem emotionale Phasen für mich als Künstler gebracht. Ich erinnere mich noch wie gestern, ich saß auf meinem Bett und anstatt Texte in meinem Kopf auf English zu formulieren wie die Jahre davor, hat mein Kopf plötzlich los gesprudelt voller deutscher Wörter. Das war der Moment in dem mein Herz sich in den Zeilen angedockt hat. Dieser moment war intensiv. Ich habe mich in das Gefühl verliebt, dass man versteht was ich singe ohne es in einem Interview erklären zu müssen. 

Wie fühlte es sich an, eigenes Material auf Deutsch zu machen? Was war die größte Herausforderung?

Du wirst dir nicht vorstellen können, was das schwierigste war, ich muss immer noch schmunzeln wenn ich nur an diese Momente denke. Bei meinen ersten Sessions habe ich mich angehört als könnte ich kein Deutsch sprechen (lach). Es ist mir so schwer gefallen, meine Emotion in die Sprache zu packen und dabei ich zu bleiben. Ich habe nach jedem Wort frustriert gesagt, dass bin ich nicht. Das fühlt sich nicht richtig an. Wir müssen die Melodien ändern, wir müssen das mehr zu meinem machen. Bis ich mich in einem Moment gefunden habe, an dem ich den Song durch gesungen habe und dachte “Okay, Moment mal…habt ihr das auch gerade gefühlt?” Ich hatte meinen Sound gefunden und dann auch meine Stimme, dieser Moment hat alles geändert. 

Du hast bis heute eine große queere Fanbase. Das merkte ich immer wieder auf meinem Blog und wir haben ja auch zusammen beim CSD in Berlin auf einem Truck performt. Was bedeutet dir die LGBTQ+ Community und welchen Bezug hast zu uns?

Ich kann es dir schwer erklären. Es ist seit ich gefühlt denken kann so. Es ist eine Verbindung die kann man schwer in Worte fassen. Ich kann zwischen tausend Menschen sein, am Ende des Tages, sitzen wir zusammen. Egal wo ich bin, wir finden uns. Ich weiß wie schwer es ist sich zu öffnen umso dankbarer bin ich für all die vertrauensvollen Gespräche die ich führen durfte. Ich vergesse nicht wer mich unterstützt hat, wenn ich mich nicht für euch einsetze… für wen dann?

Mandy, vielen Dank für das äußerst sympathische Interview.

Bilder: Warner Music Germany