Auch 2020 wird ein neuer Mr. Gay Germany gesucht. Einer dieser Kandidaten ist der 25 Jahre alte Lucas Werner, der sich mit seiner Kandidatur gegen Body Shaming einsetzten will.

Lucas Werner beschreibt sich selbst als „keinen klassischen Modeljungen“ und entspricht körperlich auch nicht dem „Idealkörper“, den man bei einer Wahl zu Mr. Gay Germany erwarten würde. Da er etwas mehr auf den Hüften hat, hat er sich bewusst für das Thema Body Shaming entschieden, um ein Zeichen zu setzen. Laut seiner Aussage, ist jeder Mensch, egal wie er aussieht, wunderschön und hat Anerkennung verdient.

Erst zu dick, dann zu dünn

Dabei kennt Lucas beide Seiten. Er nahm ganze 70 Kilo ab und war damit zeitweise untergewichtig und zu dünn. Heute wiegt er 95 Kilo und fühlt sich wohl in seinem Körper. Doch das war nicht immer so: „In meiner Vergangenheit habe ich viele negative Erfahrungen mit dem Thema Mobbing gemacht. Bezüglich meines Übergewichtes wurde ich in er Schule ziemlich Gehänselt, beleidigt und musste Handgreiflichkeiten erlernen. Ausdrücke wie du fette Sau, Walross und anderen Beleidigungen lagen an der Tagesordnung. Leider gab es oft Situationen in denen die Schule nicht hinter mir stand und die Lehrer der Masse mehr geglaubt haben. Einmal wurden mir meine Klamotten in der Schule unter die Dusche gelegt und wurden komplett nass gemacht. Außerhalb der Schule gab es Situationen in Geschäften in denen mit gesagt wurde: nein du bist zu dick, für Leute wie dich haben wir nichts“.

Lucas nachdem er 70 Kilo abgenommen hatte.

Heute geht Lucas mit diesen Erfahrung und seinem Köper ander um, wie er im Gespräch mit mir erzählte: „Heute gehe ich offen mit dem Thema um und schäme mich nicht mehr. Ich habe gelernt mich so zu akzeptieren, wie ich bin und bin mit mir im Reinen. Früher habe ich mich z.B. nicht getraut Schwimmen zu gehen, da es mir peinlich war…Ich habe Aufgehört mich zu verstecken und präsentiere mich, denn genau das macht die Hater klein“.

Lucas heute mit seinem Wohlfühlgewicht.

Bei Mr. Gay Germany für 2020 geht er ins Rennen und findet damit eine große Plattform für sein Anliegen: „Ich möchte als Mr Gay Germany Menschen davon überzeugen und ihnen Mut zusprechen, dass sie schön sind, egal wie sie aussehen. Dass sie raus gehen können, egal wie sie aussehen, was sie tragen, egal ob dick oder dünn. Denn nicht nur dicke Leute erfahren Body Shaming sondern auch zu dünne Leute. Ich will den Menschen vermitteln, dass der innere wert viel schöner ist als die Äußerlichkeiten. Ebenfalls will ich die Leute, die andere Mobben und diskriminieren, sensibilisieren. Ihnen vor Augen führen, was sie eigentlich tun und welche Konsequenzen sie haben, für beide Seiten. Ich möchte darauf hinarbeiten, dass jeder vollkommen akzeptiert wird, so wie er ist“.

Da kann man Lucas nur die Daumen drücken und gespannt auf die Mr. Gay Germany Wahl 2020 blicken. Sein Video gibt es hier in voller Länge. / Berry

Bilder: Lucas Werner