Vier Jahre nach ihrem letzten Album „Prism“ gibt es nun endlich ein neues Werk von Katy Perry. „Prism“ stürmte weltweit die Charts mit Hitsingles wie „Roar“ und „Dark Horse“, die mit über 1 Milliarde Aufrufe bei VEVO für Rekorde sorgten. Jetzt präsentiert Katy Perry ihr neues Album „Witness“.

Katy Perry 2017 Witness (Tour) - CMS Source

Vorab war Katy Perry in Berlin zu Gast und stellte ca. 100 glücklichen Fans und Medienpartnern ihr neues Album bei einer exklusiven Listening-Session in den legendären HANSA Studios vor. Zudem wurde Katy Perry mit Gold für die erste Single „Chained To The Rhythm“ und mit einem Preis für Airplay Platz 1 ausgezeichnet. Neben „Chained To The Rhythm“ und „Bon Appetit“ hatte Katy Perry gemeinsam mit Nicki Minaj auch den Song „Swish Swish“ veröffentlicht. Nun ist das ganze Werk da. 

„Witness“ ist Perry´s elektronischstes Album, das zum Teil den aktuellen Pop-House-Sound prägt, den Radio Sender rauf und runter spielen. Produzent Dr. Luke ist weg und damit auch die rockigen Einflüssen, die man auf ihren letzten Album immer wieder fand. Songs, die in die Richtung wie „Teenage Dream“ oder „Firework“ gehen, sucht man vergebens. Das ist aber auch gut so, denn die „neue“ Katy ist erwachsener und das hört man in dem reduzierten Sound der Platte. Leichtes Mixing und kaum Effekte. Hitgiganten Max Martin hat zwar auf einigen Tracks seine Hand drüber, aber den großen Hit findet man nicht wirklich auf „Witness“ und das ist auch der Knackpunkt des Albums. Nach drei Alben, aus denen Perry mehr Singles mit Top Platzierungen veröffentlicht hat, wie andere es mit sieben Alben nicht einmal schaffen, hat man das Gefühl, dass es ihr als Künstlerin auf „Witness“ mehr darum geht, etwas zu hinterlassen, das sich nicht wiederholt und anders ist, als die Vorgänger. Die Hits hatte sie schon, nun hat sie das Album, dass eben als Album gesehen werden muss. Als Ganzes! Der Effekt ist etwas wie bei Beyoncé und ihrem „Lemonade“-Album. In der ersten Woche waren alle verwirrt und fragten sich, wo die Singles, die Hits sind? Heute hat man verstanden, dass das Album der Hit und als eine große Single zu sehen ist. Ganz so monumental und Clever ist „Witness“ nicht, aber eben anders. Vor allem für Perry.

Die ersten Songs haben alle einen treibenden elektronischen Sound. „Roulette“ besticht durch tollen Synthesizer-80s-Sounds, getoppt vom, daneben sehr fröhlich wirkendem, „Swish Swish“ mit Nicki Minaj. Danach wird es wieder etwas kühler, wie das Album auch schon beginnt. „Power“ ist dann der erste Track, der vom Sound etwas ausbricht und überrascht. Mit der Ballade „Miss You More“ hat das Album einen ersten richtig ruhigen Moment, bis die erste Single „Chained To The Rhythm“ die Wolken aufbrechen lässt. Von hier an verabschiedet sich das Album vom House-Sound und endet im 80er-Retro-Pop wie auf „Tsunami“, der locker auf dem Soundtrack von „Top Gun“ hätte sein können. Die größte Überraschung bietet für mich aber der weit am Ende zu findende Track „Pendulum“. Vielleicht der Song mit dem größten Potenzial eines Hits, wie zu der „Prism“-Era?  

Katy Perry live:

23.05.2018 Köln, LANXESS arena

06.06.2018 Berlin, Mercedes-Benz Arena