Carolyn erzählt im Grunde mehrere Geschichten in einer. Sie ist Mutter von sechs Kindern, wovon zwei homosexuell sind und zugleich erzählt sie von ihrem Wandel als Katholikin, die heute nicht mehr alle Ansichten ihrer Kirche teilt. Sie hat sich von einer Mutter, die ihren homosexuellen Sohn verstoßen hat, zu einer LGBT-Aktivisten gewandelt. 

Die Geschichte von Carolyn ist ein Teil der Eric Kruszewski’s Dokumentation für „LEAD“. Diese Organisation ist eine LGBT-Gruppe der „Saint Matthew’s Catholic Church“. Carolyn erzählt in der Doku, wie sie erfuhr, dass ihre Tochter homosexuell ist. Das war kein großes Thema in der Familie, doch als sie und ihr Mann herausfanden, dass ihr jüngster Sohn David auch homosexuell ist und er von seiner Schwester mit einem anderen Mann in deren Haus erwischten wurde, war das Drama groß.

Ihr Ehemann brachte Carolyn schließlich dazu, sich für ihn oder den schwulen Sohn zu entscheiden und so schlossen sie David aus der Familie aus: „Für ihn (ihren Mann) bedeutete Homosexualität, dass man kein Mitglied der richtigen Gesellschaft ist. Mein Ehemann wurde sehr wütend und bat David uns zu verlassen. Ich war zerrissen zwischen meinem Mann und meinem Kind“, sagt Carolyn.

Heute bereut Carolyn diese damalige Entscheidung. Sie ist immer noch Katholikin, aber sie glaubt nicht mehr an jeden Punkt ihrer Kirche. Sie hat wieder leichten Kontakt zu ihrem Sohn aufgenommen, aber lässt ihm noch seinen Freiraum, den er braucht. „Ich akzeptiere nicht, dass Homosexuelle schlecht sind“, sagt sie. „Ich will nur die gleichen Möglichkeiten für meine heterosexuellen und homosexuellen Kinder in der Kirche“. Carolyn ist heute Teil der LGBT-Gruppe ihrer Kirche und setzt sich aktiv dafür ein.  

Bild: Screenshot via Eric Kruszewski