Janet Jackson macht sich mit dem neuen Album „Unbreakable“ unkaputtbar

Janet Jackson veröffentlicht am 02.10.2015 ihr langerwartetes Album „Unbreakable“, welches ihr erstes Studioalbum nach sieben Jahren und dem Tod ihres Bruders Michael Jackson in 2009 ist. Auf 17 Songs erleben wir eine Janet Jackson, die sich das Beste aus ihrer langen Karriere genommen hat und es in das Jahr 2015 katapultiert, ohne sich selbst zu kopieren. 

Janet Jackson Unbreakable

Wenn man vom heutigen Standpunkt aus auf Janet Jacksons Karriere zurückblickt, stellt man fest, dass ihre Alben und der Erfolg eine klare Kurve verzeichnen. In den 80ern kämpft sie sich als kleine Schwester von Michael Jackson langsam hoch. Mit „Control“ im Jahr 1986 schafft sie es vom Teenie Star zur ernstzunehmenden Musikerin und untermalt dies mit „Rhythm Nation“ in 1989. In den Neunzigern folgt dann der Höhepunkt mit den Alben „Janet“ und „Velvet Rope“, welche weltweit von Fans und Kritikern hochgelobt wurden. 2001 bricht sie mit „All 4 You“ weitere Rekorde und startet eine große Welttournee, die nach wenigen Konzerten, aufgrund der Geschehnisse des 11. Septembers, abgebrochen werden musste. Der erneute Versuch mit „Damita Jo“ in 2004 ist vielversprechend, wird aber von den amerikanischen Medien gnadenlos durch den „Nippelgate“-Skandal beim Superbowl im gleichen Jahr niedergeschmettert. Die beiden folgenden Alben haben keine Chance mehr. Janet Jackson erholt sich nicht wirklich vom „Nipplegate“-Skandal und die letzten beiden Alben „20 Y.O.“ in 2006 und „Discipline“ in 2008 können nicht an den kommerziellen Erfolg der Vorgänger anknüpfen. Dennoch waren es solide Janet Jackson Alben, die durchaus heute noch ihren Charme haben.

Der große Schnitt zwischen heute und dem letzten Album in 2008

Es gibt mehrere große Veränderungen zwischen „Discipline“ und „Unbreakable“. Dazu zählt sicherlich der Tod ihres Bruders Michael Jackson in 2009, doch auch ihre Hochzeit in 2012. Zudem hat Janet Jackson bei ihrer alten Plattenfirma gekündigt und ein eigenes Labes gegründet und sich die Produzenten Jimmy Jam und Terry Lewis ins Studio geholt, die für alle großen Janet Jackson Erfolge bis Anfang der 2000er verantwortlich sind. Ein weiterer wichtiger Punkt, der auf „Unbreakable“ sofort auffällt, ist die Tatsache, dass das Thema „Sex“ schlichtweg fehlt. Während Janet Jackson es besonders auf „Discipline“ auf die Spitze trieb, präsentiert sie sich nun als erwachsene, große Schwester, die in der Liebe angekommen ist. Auch auf ihrer aktuellen Welttour, die bis in den Frühling 2016 geht und dann noch um weitere Termine in Europa verlängert werden soll, sieht man eine Janet Jackson in langen Roben. Vorbei sind die Zeiten, in denen Janet Jackson versucht, mit einem steinharten Sixpack als Sexsymbol durchzugehen. Die Kritiken ihrer Tour sind gut bis berauschend. Fehlt eben nur noch das passende Album dazu.

Janet Jackson

Ihr Einfluss als Ikone wird auf “Unbreakable” unterstrichen

Das liefert Janet Jackson nun am 02.10.15 mit “Unbreakable” ab. Die 49 jährige Pop und R&B-Ikone präsentiert ein Album, auf dem sie sich auf das Wesentliche besinnt. Es gibt schnelle Nummern mit ordentlich Funk, Gute-Laune Janet Jackson Pop und schöne Kuschel-Balladen. Dabei wird schnell klar, in wie weit sie die aktuelle Musikwelt beeinflusst hat. Beyoncé, Ciara, Janelle Monáe bis hin zu FKA twigs geben den Einfluss klar zu erkennen. Auf „Unbreakable“ sorgen Jimmy Jam und Mr. Lewis dafür, dass Miss Jackson erneut die beste, ihr mögliche, Musik macht. Die Songs halten sich zurück und sind dadurch besonders intensiv. Der minimalistische Song „After You Fall“ ist eine bewegende Ballade, die nicht mehr braucht als ein Piano. „Black Eagle“ ist ein Song bestehend aus zwei Teilen, der ein mystisches Meisterwerk an Minimalismus ist, gefolgt von „Take Me Away“. Die starken Tanznummern befinden sich klar in der ersten Hälfte des Albums. Der Opener „Unbreakable“ ist eine einladende Mischung aus Intro und Song, mit einem fröhlichen Soul-Sample, mit dem Janet das Album startet und den Kracher in Form von „burnitup!“ mit Missy Elliott folgen lässt. „Dammn Baby“ hat die modernsten Elemente und ist eine tolle Trap-Bass Produktion, die sich nach 2015 anhört. „Shoulda Know Better“ ist eine als Ballade startende Nummer, die sich in eine EDM Tanznummer mit weltverbessernder Botschaft verwandelt. Der Song „Night“ ist ebenfalls eine groovige Dancenummer, die vom Lounge-Sound in eine Art EDM Remix übergeht. Das Album endet mit dem nach Motown klingendem Finalsong “Gon’ B Alright”. 

Viele haben sich gefragt, ob sie den Tod ihres Bruders thematisieren wird. Das tut sie und das auf einem der fröhlichsten Nummern des Albums. Auf „Broken hearts Heal“ geht es um eine gemeinsame Kindheit voller Musik, Gesang und schönen Momenten. So zitiert sie sich selbst und singt „I Miss You Much“, wie eines ihrer Hits aus den 80er hieß. Janet schaut nach vorne und singt die bewegenden Zeilen: “Our love ain’t no material thing. Inshallah see you in the next life.” 

Janet Jackson

Fotos: BMG