Über Jahrzehnte hat das „Material Girl“ in der Musikbranche überlebt und bevor es Beyoncé, Lady Gaga oder Britney gab, gab es eben Madonna. Die erste wirkliche Performance-Pop-Künstlerin der Welt. Wer nun meint, diese alte Oma sei irrelevant in der heutige Zeit, hat sich geirrt. Ich nenne dir einige gute Gründe, warum Madonna immer noch der heißeste Shit ist!

Mutter der Super-Bowl-Halftime-Shows

Ob es einem gefällt oder nicht, die 2012er Super Bowl Halftime Show von Madonna hatte über 114 Millionen Zuschauer. Damit ist ihre Show die am meisten gesehene Halftime Show einer weiblichen Sängerin aller Zeiten. Selbst Beyoncé konnte diesen Rekord ein Jahr später nicht brechen.

Frühe Sprecherin der LGBT-Community

Heutzutage ist besonders der schwule Markt stark umworben, denn die Schwulen haben eine enorme Kaufkraft. Wo wären Stars wie Kylie Minogue oder Cher ohne ihre schwulen Fans? Künstler wie Lady Gaga oder Britney Spears, helfen mit ihrer pro Homo Einstellung der Szene, aber auch dem eigenen Image. Es gehört zum guten Ton eines Künstlers sich offen für gleichgeschlechtliche Liebe einzusetzen. Doch das war nicht immer so. In den 80er war es sehr unpopulär sich für homosexuelle Rechte auszusprechen. Madonna forderte schon damals gleiche Rechte für alle und machte sich dadurch sehr unbeliebt. Sie protestierte lautstark auf der Bühne und überschritt damals, besonders während ihrer Blond Ambition Tour Anfang der 90er und Erotica 1992, Grenzen. Sexuelle Selbstbestimmung wurde damals als billig und skandalös empfunden. So wurde sie sogar in Kanada verhaftet, weil sie auf der Bühne eine Masturbation nachstellte. So weit ist damals niemand gegangen und Madonna hat danach erst so richtig los gelegt.

Sie bricht immer noch Rekorde

Sie ist die meistverkaufte weibliche Künstlerin aller Zeiten und hält laut Guinnes World Records den Rekord für die meisten Nummer-Eins-Hits in allen kombinierten Billboard-Charts. Ihre MDNA Tour 2012 war die Tour mit dem höchsten Umsatz in dem Jahr und dem zweithöchsten Umsatz aller Zeiten, unter den weiblichen Solokünstlerinnen. Doch wer hat die erfolgreichste Tour aller Zeiten zu verzeichnen? Natürlich ebenfalls Madonna. 2008 und 2009 brach ihre „Sticky & Sweet Tour“ alle Rekorde. 

Das Konzept der Neuerfindung

Madonna war eine der ersten Künstlerinnen, die sich stetig neu erfand. In den 70er und 80er war es eher wichtig, dass man seinem Look treu blieb. Wiedererkennungswert war das A&O eines Künstlers. Doch nicht mit Madonna. Wenn man heute zurückschaut, kann man fast jedem ihrer Alben einen signifikanten Stil zuordnen, der die Zeit geprägt hat. Sei es der Cowgirl-Look in 2000 zum „Music“-Album oder ihre Marilyn Monroe Phase, Anfang der 90er-Vogue-Phase.

Vorbild für viele Künstlerinnen

Seien wir mal Ehrlich. Gäbe es ohne „Express Yourself“ Lady Gaga´s „Born This Way“? Wohl kaum. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe Mutter-Monster, aber auch ihr, sowie vielen anderen aktuellen Megastars, hat Madonna den Weg geebnet. Stars wie Britney Spears, Katy Perry, Beyoncé oder auch Kylie. Madonna´s Musikvideos haben Grenzen gesprengt. So wurde ihr „Justify My Love“ und „Erotica“ Video erst nach 22 Uhr auf MTV ausgestrahlt und zeitweise sogar verboten. Zu obszön für die Zeit. Selbst Britney´s „In The Zone“ Album wurde von „Justify My Love“ geprägt und sowohl Jay-Z als auch Beyoncé verwerteten diesen Klassiker schon. Madonna baute technische Wunderwelten in ihren Videos ein. So zählt „Bedtime Story“ zu einem Meisterwerk seiner Zeit. Dank solcher Videos konnten sich Frauen in der Musikszene erst so richtig in ihren Videos austoben. Neben Madonna findet man kaum andere weibliche Künstler, die auch nur annähernd so ein großes Budget für Musikvideos bereit gestellt bekamen. So besetzt Madonna in der Rangliste, der teuersten Video aller Zeiten, geführt von Michael und Janet Jackson´s „Scream“, gleich Platz 2 „Die Another Day“, 3 „Express Yourself“ und 4 „Bedtime Story“. 

Ihr Album „Rebel Heart“

„Rebel Heart“ sei eines ihrer persönlichsten Alben. Sagt sie. Vor allem ist es musikalisch vielfältig, wenn nicht sogar das vielseitigste Album. Von Dance-Nummern wie „Living For Love“ über Balladen wie „Ghosttown“ bis hin zu  Trap wie in „Bitch, I’m Madonna“ ist alles dabei. Kein Wunder, denn Madonna zieht auch heute noch die größten Produzenten an, wenn es darum geht, Musik für die Ikone zu machen. Diplo (Major Laser), Kanye West, Avicii, Nicki Minaj, Nas, DJ Dahi, Blood Diamonds, Ryan Tedder oder Ariel Rechtshaid sind nur einige der Verantwortlichen auf „Rebel Heart“ gewesen. Madonna greift weiterhin weltbewegende Themen auf, wie auf dem Track „Illuminati“, in dem es um die Weltkonzerne geht und die Angst vor Facebook und Google. Sich mit 57 trotzdem sexy und selbstbewusst zu zeigen und sich stolz dem Vergleich mit den jungen Hüpfern der Musikszene zu stellen, ist eben Madonna und das hat sie bei „Rebel Heart“ erneut geschafft.

Nun mit 60. steht anscheinend bald auch schon neue Musik an. Man darf also gespannt, wie die nächste Madonna Platte und Ära wird. Trotzig, rebellisch und immer emanzipiert. A True Rebel Heart!

Titelbild: Universal Music Germany