Matthew Camp Only Fans

Große Änderung bei OnlyFans – Ist das das Ende der Plattform?

Das Webportal OnlyFans will ab Oktober pornografische Inhalte verbieten. Nacktfotos und Nacktvideos seien weiterhin erlaubt, doch von expliziten Inhalten will man sich klar abgrenzen. Was bedeutet das für die Creator und könnte das das Ende von OnlyFans sein?

OnlyFans ist bekannt für pornografische Inhalte. Hier können User ihre Creator abonnieren und zahlen einen monatlichen Betrag, um Zugang zu den Bildern und Videos zu haben. Wo Instagram eine Grenze zieht, geht es bei OnlyFans sozusagen erst richtig los und genau das ist auch das Alleinstellungsmerkmal der Plattform. Auch wenn in letzter Zeit immer mehr prominente wie Cardi B. die Plattform nutzen, um ihren Fans einfach etwas näher zu sein, ganz ohne explizite Inhalte, ist und bliebt die Plattform ein explizites Medium.

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Nun untersagt OnlyFans seinen Nutzern künftig, Fotos und Videos zu veröffentlichen, die „sexuell explizites Verhalten“ zeigen. Das stand in einer Erklärung des Unternehmens. So heißt es: „Um die langfristige Nachhaltigkeit der Plattform zu gewährleisten und weiterhin eine integrative Community von Creatorn und Fans zu hosten, müssen wir unsere Inhaltsrichtlinien weiterentwickeln“. Nacktfotos und Videos sind weiterhin erlaubt, wenn sie den neuen Richtlinien entsprechen.

Über 130 Millionen Nutzer

OnlyFans gilt in der Digitalbranche als einer der großen Aufsteiger der vergangenen Zeit. Vor allem der erste Lockdown im Frühjahr 2020 sorgte dafür, dass besonders viele explizite Inhalte konsumiert wurden und die Plattform rasant aufstieg. OnlyFans gibt es tatsächlich nur als Webseite und nicht als App, was eben an den Inhalten liegt. Plattformen wie der AppStore oder Play Store bieten keine Apps mit expliziten Inhalten an. 2016 wurde die Plattform also reine Website gegründet und soll nach eigenen Angaben 130 Millionen Nutzer haben. Doch was passiert nun ab dem 01. Oktober?

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OnlyFans hat vor allem in der Erotik-Branche vielen Performen geholfen, sich von den großen Produzenten und dem Druck der Erotik-Branche frei zu machen. Viele konnten ihr eigenes Business auf OnlyFans aufbauen, bei dem sie das komplette Geld selbst einstecken. Lediglich 20 % gehen an OnlyFans. Also besser als jeder Deal mit großen Häusern der Erotik-Filmbranche. Zudem bauen die meisten Creator eben auf dem Prinzip der expliziten Inhalte auf. Sobald diese „nur“ noch Nacktheit präsentieren dürfen, muss man davon ausgehen, dass User abspringen und damit auch der Umsatz fällt.

Druck kommt von Banken und Zahlungsdienstleistern

Auch sagte die Plattform, dass Finanzpartnern wie Banken und Zahlungsdienstleistern sie unter Druck setzen. Bereits Pornhub hatte nach Druck von Zahlungsdienstleistern wie Mastercard und Visa seine Plattform komplett umgekrempelt und erlaubt aktuell nur noch verifizierte Nutzer Videos hochzuladen. Auch die Medienwächter in Deutschland hatten im März 2021 angekündigt, Erotikportale wie OnlyFans regulieren zu wollen. 

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass OnlyFans mit diesen Änderungen schnell von der Oberfläche verschwinden wird. Spannend wird es zu sehen, wie sich die Plattform aufstellen wird und ob neue Plattformen kommen, die dann das Prinzip von OnlyFans weiterführen. / Berry

Foto © DaddyCouture