Wir müssen dringend über den neuen Begriff – oder besser gesagt über die neue Untergruppe – der sogenannten „G0Ys“ reden. Laut Urban Dictionary handelt es sich bei den „G0Ys“ um Männer, die andere Männer attraktiv finden, aber aus welchem Grund auch immer, sich von der Beschreibung der Gay Community in der Öffentlichkeit beleidigt fühlen.  

Ein „G0Y“ ist im Grunde ein schwuler Mann, der sich an dem Begriff „Schwul“ stört und auch gewisse Klischees, die es mit sich bringt, ablehnt. So verweigert er Analverkehr, weil das für ihn ein „gewaltsamer Akt“ ist, der die ultimative Form von sexueller Respektlosigkeit verkörpert. Auch betitelt er schwule Freunde nicht mit „Girl“, „Bitch“ oder „Queen“ und verweiblicht diese Personen nicht. 

Das Wort wird tatsächlich mit einer Null geschrieben, was zeigen soll, dass diese Bezeichnung so etwas wie der Ground Zero für „schwule“ Männer sein soll. Die Website g0ys.org beschreibt es genauer als “Ground ZER0 in the ‘UNgay’ Paradigm Shift!”. Die Null ersetzt zudem natürlich das „A“ im Wort „Gay“ und wie man auf der Website lesen kann, mögen die „G0Ys“ diesen Buchstaben so gar nicht, denn das ist der erste Buchstabe im Wort „Anal“. Und wie wir schon gelernt haben, mögen sie dieses Wort ebenfalls so gar nicht. Auf der Website steht: „G0YS lehnen Analsex ab! Es ist schmutzig, gefährlich & verdammt – Respektlos gegenüber der Männlichkeit“.

Die Website ist wirklich unterhaltsam und ich für mich sage ja immer: „Leben und leben lassen“, aber irgendwie haben ich das Gefühl, dass sich diese Abgrenzung so sehr auf Analsex fixiert, dass das schon wieder irgendwie diskriminierend gegenüber allen Schwulen ist. Ja, da sind wir wieder in dem Teufelskreis der sich gegenseitig diskriminierenden Minderheiten. Prost! 

Haben wir wieder einmal etwas gelernt, Jungs. 

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