Der Name ist Programm. Aus „Future Nostalgia“ ist „Club Future Nostalgia“ geworden und damit hat Dua Lipa ein komplettes Remix Album mit viel Hilfe von namenhaften Musikern hervorgebracht.

Remix Alben sind keine wirklich populäre Sache, denn meistens werden nur die Singles zum remixen an DJs und Produzenten geschickt und diese Remixe werden dann natürlich verknüpft mit der jeweiligen Single veröffentlicht. Es gibt aber mindestens zwei Frauen in der Pop Geschichte, die das Konzept Remix Album gekonnt für sich genutzt haben.

Remix Alben sind so eine Sache

Janet Jackson brachte ihr 90er Album „Janet“ als Remix Album raus und machte damit ihre Musik der zu der Zeit boomenden House/Electro Szene zugänglich. Eine weitere Mainstream Künstlerin war Jennifer Lopez. „J to tha L-O!: The Remixes“ war nicht nur eine Zusammenstellung ihrer Remixe. Nein, J.Lo brachte das Ganze auf ein weiteres Level und holte sich für die neuen Versionen Features hinzu und veröffentlichte die Remixe als Single. Ganz so, als wären es neue Songs. Sehr erfolgreich!

Nun reiht sich Dua Lipa in diese Liga ein und hat mit „Club Future Nostalgia“ weit mehr, als nur ein Remix Album veröffentlicht. Dazu hat sie sich mit The Blessed Madonna zusammengetan, um die Songs von ihrem exzellenten „Future Nostalgia“-Album zu überarbeiten. Die Gäste auf dem Remix Album können sich sehen lassen. Neben Madonna, die auf der neuen Version von „Levitating“ drauf ist, sind Missy Elliott, Gwen Stefani und Mark Ronson dabei. Doch damit nicht genug: Masters At Work, Horse Meat Disco, Dimitri From Paris und Jacques Lu Cont.

Es ist ein Rave, eine Party und eine Achterbahnfahrt

„Club Future Nostalgia“ ist als DJ Mix (so auch auf Spotify und Co. zu hören) ein Meisterwerk. Es ist ein zusammenhängender Mix mit vielen Überraschungen. Nicht nur die gekonnte Aneinanderreihung der einzelnen Songs ist genial gelöst, auch die Überraschungen funktionieren. So findet man durchaus Elemente aus Songs wieder, die gar nicht von Dua Lipa sind. Plötzlich ertönt von Neneh Cherry „Buffalo Stance“ aus dem Jahr 1988 oder Gwen Stefanis „Hollaback Girl“ stampft plötzlich über den Beat. Auch ein Mash Up mit Jamiroquai’s „Cosmic Girl“ ist drin.

Zwischendurch gibt es Einblendungen und O-Töne, als würde man einem illegalen Radiosender zuhören. Es ist ein Rave, eine Party und eine Achterbahnfahrt. So wechselt die Klangwelt nicht nur direkt am Anfang bei „Good In Bed“, sondern vor allem beim „Physical“ Remix, gefolgt von der super interessanten Version von „Kiss And Make Up“ mit BLACKPINK. Ja, es steckt etwas mehr drin, als man denkt und genau das macht so sehr Spaß an diesem DJ-Set.

Innovative Weiterentwicklung

Wenn man bedenkt, dass Remix Alben eher selten sind und oft eine einfallslose Compilation an bereits erschienenen Remixes darstellen, ist „Club Future Nostalgia“ eine innovative Weiterentwicklung dieses Konzeptes. Vielleicht hat das Album den Titel „Remix Album“ auch gar nicht verdient, denn es ist weit mehr, als das. Clever ist es allemal, denn Dua Lipa’s „Future Nostalgia“ ist direkt im Lockdown erschienen und hat sicherlich unter der aktuellen Situation nicht das volle Potenzial ausschöpfen können. / Berry

Bilder: Universal Music Germany