Katy Perry veröffentlicht mit „Smile“ ihr fünftes Studioalbum nur wenige Tage, nachdem sie Mutter geworden ist. Ob sie auf „Smile“ auch erwachsener klingt und die Platte den Fluch von „Witness“ beenden kann, sage ich euch meiner Review.

Katy Perry hatte es in den letzten Jahren wirklich nicht leicht. Ihr Album „Witness“ wurde zerrissen und auf Twitter & Co. von Hatern als „Hitless“ verspottet. Katy litt unter Depressionen und musste viel Kritik, Spott und Parolen auf das Ende ihrer Karriere ertragen. Das hielt sie aber nicht davon ab, im Auge der Öffentlichkeit zu bleiben. Nicht nur als Juror bei American Idol, auch musikalisch war Perry nie wirklich weg.

10 Jahre nach „Teenage Dream“

Soviel Kritik und Druck verändert Menschen. Vor 10 Jahren erschien ihr heute legendäres Album „Teenage Dream“ und Katy Perry war mit diesem und dem darauf folgendem Album „Prism“ auf dem Zenit ihrer Karriere. Kommerziell gesehen. Heute ist Katy Perry erwachsener und sie ist zum ersten Mal in ihrem Leben Mutter geworden. Sie war also durchaus Schwanger während einer gewissen Entstehungsphase des Albums „Smile“.

Alle großen Pop Künstler sind an einem bestimmten Punkt gewachsen oder sind musikalisch andere Wege gegangen. Taylor Swift hat Indie gemacht, Kylie Minogue und Miley Cyrus haben Country gemacht. Katy Perry hingegen blieb immer konstant Katy Perry und dies erschöpfte sich am Ende in „Witness“. Auf „Smile“ könnte das Katy Perry erneut passieren. Sie erfindet sich nicht neu, aber sie findet wieder zu einem erfrischenderem Sound zurück als auf „Witness“.

Pop in seiner puren Form

Ihre Stärken waren schon immer richtiger Pop in seiner puren Form, große Hooks und Emotionen. Genau das liefert Katy Perry auf „Smile“ und das Beste am Album: sie hat die wirklich guten Songs für das Album aufbewahrt und sie vorab nicht veröffentlicht. “Cry About It Later” und “Teary Eyes” sind richtige Perry Hits. “Not the End of the World” ist vergleichbar mit „Dark Horse“ und baut auf eine große Klangwelt auf. “Champagne Problems” ist ein Funky-Disco-Throwback und ist genau so verspielt wie „Tucked“.

Die dunkelsten Periode ihres Lebens

Die Songs auf „Smile“ sind aus einer der dunkelsten Perioden ihres Lebens hervorgegangen, sagt Katy Perry. Wenn man die Seifenblasen und dieses ganze verspielte Katy Perry Image ablegt, sind die Songs auf „Smile“ richtige Wegweiser voller Lebensweisheiten. Und wenn wir ehrlich sind, hat Katy Perrys Optimismus schon immer etwas Trauriges an sich gehabt. Diese Seite hört man auf „Smile“ mehr denn je. Auch wenn der Klangteppich vertraut klingt und „Smile“ so gut wie gar keine Risiken eingeht.

Katy Perry ist keine Performerin wie Beyoncé. Sie ist keine Stimme wie Mariah Carey. Sie hat die Musikwelt nie nachhaltig und radikal geprägt, wie es eine Lady Gaga oder Rihanna getan haben. Aber sie ist immer Katy Perry geblieben. Sie spielt bis heute in einer eigenen Liga und diese durchlebt Höhen und Tiefen. „Smile“ klingt nach Katy Perry, wie wir sie vor 10 Jahren geliebt haben und das ist durchaus legitim, wenn man so eigen ist, wie es Katy Perry ist. Die Frage ist nur, ob die Pop Kultur einem den Luxus erlaubt, immer man selbst zu bleiben? Muss sich eine Katy Perry also quasi nie neu erfinden? Das wird sich in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren zeigen. / Berry

Bilder: Universal Music