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Der ESC ist zurück – Starke Frauen im ersten Halbfinale 2021!

Nach zwei Jahren ESC-Pause fand gestern das erste Halbfinale in der Ahoy Arena mit 16 Teilnehmerländern statt. Es war deutlich zu spüren, wie sehr Live-Events mit Publikum gefehlt haben. Die Stimmung war atemberaubend und so auch viele der Teilnehmer.

3.500 Zuschauer mit negativen Corona-Test dürfen den Contest live erleben. Viele von den Künstlerinnen und Künstler singen erstmals wieder vor Publikum und genau das konnte man spüren. Eine unfassbare Energie, die sich gestern Abend auch über die Bildschirmen übertragen ließ. Hier ist alles, was du über das erste Halbfinale wissen musst.

Starke Nummern mit starken Botschaften

The Roop aus Litauen machten mit „Discoteque“ den Anfang. Der charismatische Sänger Vaidotas Valiukevičius beherrscht die Moves perfekt und flirtet mit der Kamera. Die Band in den gelben Anzügen legt eine perfekte Choreografie mit „Fingertanz“ hin. Sie seien sehr froh, wieder vor Live-Publikum zu spielen, sagt Vaidotas im Green Room nach dem Auftritt und das kann er am Samstag Abend auch direkt wieder tun.

Doch es sind vor allem die Frauen, die im ersten Halbfinale die Akzente setzten. Auf starke Stimme und starke Botschaft setzt auch Manizha aus Russland mit einem opulenten Trickkleid in Form einer Matroschka-Figur. Diese soll die Vielschichtigkeit von Frauen darstellen. Sie schlüpft in einem roten Overall aus der Puppe und rappt zum Song „Russian Woman“. Im Hintergrund erscheinen die Schriftzüge: „Be Strong“, „Be The First“, „Don’t Be Afraid“. Russland ist Samstag im Finale.

Eden Alene aus Israel gehört mit „Set Me Free“ zu meinen Favoriten und hat es ebenfalls gestern Abend ins Finale geschafft. Die 21-Jährige mit äthiopischen Wurzeln überzeugt vor allem gesanglich, auch wenn sie sichtlich aufgeregt war. Sie sang den höchsten Ton, der beim ESC je gesungen wurde. Sie legte eine schwungvolle Performance mit Trickkleid und Krone aus Eigenhaar hin.

Dieses Jahr ist endlich auch Samira Efendi für Aserbaidschan beim ESC 2021 mit dem Song „Mata Hari“ dabei. Während sie die ägyptische Königin Cleopatra letztes Jahr huldigte und der ESC dann ausfiel, besingt sie nun die niederländische Tänzerin und Spionin Mata Hari als verführerische Femme Fatale. Produziert wurde die Nummer von Amy van der Wel, Luuk van Beers und Tony Cornelissen aus der Niederlande. Luuk van Beers war übrigens auch an „Glorious“ von Cascada beteiligt.

Destiny aus Malta bewies dann ihr enorms Stimmpotenzial und kam ebenfalls weiter. Sie singt Zeilen wie „I’m not your natural honey“ und „I’m not your baby“ im schwungvollen Popsong „Je me casse“ – „Ich hau ab“ zu Deutsch. Und jetzt Achtung: die Frau ist erst 18 Jahre alt.

Ich hatte auf Instagram in meiner Story nach euren Favoriten gefragt und da lag die Ukraine ganz weit vorne. Ein Bühnenbild aus weißen Bäumen, Lichtkreisen und Goldstaub und mitten drin Go_A mit „Shum“, was zu Deutsch „Lärm“ heißt. Sängerin Kateryna Pawlenko wirkt dabei durchaus wie eine Hexe, die uns mit einem Dämon verfluchen will, doch die Nummer, die schräg ist und immer schneller wird, kommt an und ist weiter.

Am Donnerstag steht das zweite Halbfinale um 21 Uhr an, dass auf dem Digitalsender ONE der ARD übertragen wird und auch auf eurovision.de. Hier die Gewinner Liste von gestern und die ausgeschiedenen Länder im Überblick. / Berry

DER HOLLYWOOD TRAMP PODCAST ZUM THEMA ESC:

  • Norwegen: Tix – „Fallen Angel“
  • Israel: Eden Alene – „Set Me Free“
  • Russland: Manizha – „Russian Woman“
  • Aserbaidschan: Efendi – „Mata Hari“
  • Malta: Destiny – „Je me casse“
  • Litauen: The Roop -„Discoteque“
  • Zypern: Elena Tsagrinou – „El Diablo“
  • Schweden: Tusse – „Voices“
  • Belgien: Hooverphonic – „The Wrong Place“
  • Ukraine: Go_A – „Shum“

Ausgeschieden im ersten Halbfinale:

  • Slowenien: Ana Soklič – „Amen“
  • Australien: Montaigne – „Technicolour“ | Live-on-tape-Perfomance
  • Nordmazedonien: Vasil – „Here I Stand“
  • Irland: Lesley Roy – „Maps“
  • Kroatien: Albina – „Tick-Tock“
  • Rumänien: Roxen – „Amnesia“

Bild © eurovision.tv Foto: Andres Putting