Charli XCX im Interview

MTV „The Ride“ ist zurück und liefert wieder einen einzigartigen Einblick in das Seelenleben der Stars. Hier kehren die berühmtesten Musiker ihr Inneres nach außen und verraten, welcher entscheidende Moment ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. In der zweiten Staffel durfte MTV einen Blick in das Leben von Charli XCX werfen. 

Charli_XCX_Famous

 

Charli XCX ist Vollblutmusikerin und eine der beeindruckendsten Frauen im Musikbusiness. Nachdem sie mit „Boom Clap“ und „Break The Rules“ zwei Hits landete und vorher schon auf Iggy Azalea´s „Fancy“ und Icona Pop´s „I Love It“ auf sich aufmerksam machte, stürmte sie mit ihrem Album „Sucker“ die Charts. In der neuen Folge TheRide‬ lässt sie MTV ganz nah an ihr verrücktes Leben heran. Wir haben Charli XCX im Rahmen der Prismatic World Tour von Katy Perry, wo sie als Support Act dabei war, getroffen und mit ihr ganz kuschelig im Tourbus geplaudert.

Interview: Berry E. 

Du bist gerade erst in Hamburg angekommen? 

Ja, ich komme direkt aus London. Wir hatten ein Meeting dort.

Also ein stressiger Tag?

Ja, aber das ist schon ok. Ich freue mich auf die Show heute Abend. Das macht alles wieder gut.

Charli, als wir uns das letzte Mal getroffen haben, war dein Album „Sucker“ noch nicht ganz fertig. Nun hast du es in der Zwischenzeit veröffentlicht. Fühlst du dich erleichtert? 

Ich bin froh, dass es raus ist. Aber ich hatte keine große Angst es raus zu bringen, weil ich sehr glücklich und zufrieden mit dem Ergebnis bin. Das Album ist zu 100 % ich. Ich bin sehr froh über die positive Resonanz. Es hat sehr gute Kritiken bekommen, was toll ist und jetzt bin ich einfach nur noch wild darauf das Album zu performen.

Im Vergleich zum ersten Album ist „Sucker“ mit viel mehr Gitarre, Rock´N´Roll und etwas Punk versehen.

Ja, das stimmt. Ich habe viel Punk gehört in der Zeit bevor ich anfing das Album zu produzieren. Besonders Punk aus den 60er Jahren. Ich fühlte mich zu dem Zeitpunkt auch niedergeschlagen von der Musikindustrie und war sehr wütend. Da ist viel passiert und diese Wut führte dazu, dass das Album rockiger klingt. Es ist sehr Rock-Band artig und genau das wollte ich. Ich habe ja auch eine reine Mädchen-Band dabei, wenn ich live spiele. Ich will zeigen, dass Frauen auch hart sein können. Es ist ein Pussy Power Album, würde ich sagen – lach.

Du bist ja nicht nur Sängerin, sondern vor allem auch Songwriterin und hast viele Hits für große Künstler geschrieben. Wie schreibst du Songs? 

Ich habe keine bestimmte Art und Weise Songs zu schreiben. Es ist immer ein Chaos, wenn ich schreiben. Manchmal habe ich einfach eine Idee und schreibe sie schnell auf und manchmal höre ich auch einfach eine Melodie und fange an dazu zu schreiben. Es ist mal gut und mal eine Katastrophe – lach.

Die Gay Szene ist dir ja sehr wichtig. Wenn es eine Gay-Hymne auf deinem Album gibt, welcher Song wäre das? 

Oh, eine gute Frage. Ich glaube es wäre „Doing It“, denn jeder kann dazu tanzen und es passt zu der ausgelassenen Szene. Aber eigentlich passt „Break The Rules“ allein vom Namen her, oder? Das ist witzig!

Bei „Doing It“ ist ja auch Rita Ora mit dabei. Wie kam es denn dazu und wie war die Zusammenarbeit? 

Es war großartig. Rita hatte den Song schon gehört, bevor er fertig war und wollte ihn für ihr Album haben. Ich wollte ihn aber auch für mich haben und so haben wir beschlossen, den Song gemeinsam zu machen. Es macht echt Spaß mit ihr. Das hört sich tot langweilig an, aber sie ist ein sehr nettes Mädchen und wir verstehen uns sehr gut. Mein Make-Up Artist hat einen Hund und sie hat auch einen Hund und die beiden haben sich verliebt. Also war immer was los.

Bestimmt auch beim Videodreh, oder? 

Ja, das war so toll. Wir haben es in der Wüste gedreht und wir haben so viel Unsinn gemacht. Wir hatten männliche Stripper und so einen lustigen, pink angemalten Truck, den keiner von uns beiden wirklich fahren konnte. Wir durften dann auch noch einen unechten Shop ausrauben. Das war so cool! Ich hab fast schon Lust einen echten Kiosk auszurauben – lach. 

Das sieht auch sehr nach Spaß aus. Nun sind wir ja hier bei Katy Perry auf der Tour und du spielst in ihrem Vorprogramm. Wie ist das Tourleben denn für dich? 

Ich war schon sehr oft auf Tour und habe mich daran gewöhnt. Katy ist sehr nett zu uns und sehr freundlich. Es ist eine tolle Atmosphäre auf dieser Tour und das Publikum ist toll. Ich habe das Gefühl, dass ich dazu passe und das alles Sinn macht.

Ich habe mich gefragt, ob es nicht besonders schwer ist als Vorgruppe zu spielen? Immerhin kommen die Leute nicht wegen dir und du musst sie trotzdem überzeugen. 

Ich weiß, was du meinst. Ich stimme dir da zu, denn jeder will den Hauptact sehen. Aber ich mag Herausforderungen und ich mag es, jeden Abend das Publikum für mich gewinnen zu müssen. Wenn man das geschafft hat, ist das natürlich auch eine tolle Bestätigung. Man muss das Publikum überzeugen, aber das macht auch Spaß.

Hast du denn das Gefühl, dass du dich anpassen musst? 

Also ich spiele z.B. bei Katy Perry niemals den Song „Sucker“.

Wieso? 

Weil ich in dem kompletten Song  nur fluche und bei Katy sind halt viele Eltern mit ihren Kindern und ich will da niemanden verärgern und auch Katy möchte ich nicht verärgern, wenn die Eltern ihre Kindern dann die Ohren zuhalten – lach. Was ist eigentlich dein Lieblingssong auf „Sucker“?

Oh, also neben den Singles würde ich sagen „Famous“.

Wirklich? Cool. Das wird die nächste Single und wir haben gerade das Video gedreht. Das Video wird sehr abgefuckt sein. Es wird cool. Ich kann nicht abwarten, bis es alle sehen können. Es wird ein sehr wichtiges Video, das gemacht werden musste, weil die Botschaft so wichtig ist. Ich wollte es unbedingt machen. Es geht darum, wie es ist ein Teenager heutzutage zu sein und mit dem Internet aufzuwachsen. Du wirst es sehen und sofort verstehen, was ich meine.

Die brandneue Folge von ‘The Ride’ mit Charli XCX seht Ihr am 20.12. auf VIVA und online bei MTV!

Charli XCX & Berry E.
Charli XCX & Berry E.

Titelbild: Warner Music
(Interview vom 12.03.2015)