In einem Instagram Video hat sich „Queen of Drags“-Liebling Candy Crash über die vielen Brands ausgelassen, die den Pride für ihren eigenen Profit nutzen und gekonnt Pinkwashing betreiben. Ihr Clip geht viral und wird viel diskutiert.

Meine Heldin der Woche müsste ich fast schon sagen. Die meisten Hollywood Tramp Leser dürften Candy Crash als Kandidatin bei „Queen of Drags“ kennen. Doch Candy ist viel mehr, als nur eine Kandidatin. Sie ist seit Jahren eine der wenigen authentischen Gesichter der Community und das zeigt sich auch in ihrem jetzigen Statement.

Es geht um die Glaubwürdigkeit von Brands, die zum Pride für Kooperationen anfragen, sich aber im Grunde nicht für die Community interessieren: „Immer zum Pride, genau zum Pride, kommt diese Anfrage…die beginnt immer gleich“, sagt Candy in ihrem Clip. Die Brands oder deren PR Agenturen schreiben ihr immer pünktlich zum Pride, wie sehr sie sie lieben und dass ihr Kunde ja nun wieder eine Pride Kollektion am Start hätte. Sie würden Candy die Produkte zuschicken und sie solle diese auf ihrem Kanal bewerben. Es gäbe für ihre Follower natürlich einen Rabattcode.

„…naja das ist ja Pride und deshalb haben wir da kein Budget für“

Zahlen wollen sie dafür aber in den meisten Fällen nicht, wie Candy weiter ausführt: „Ich muss ja irgendwie von diesem Posting leben können, das ist ja mein Job und dann kommt immer die gleiche Antwort: naja das ist ja Pride und deshalb haben wir da kein Budget für. Das ist ja für die Community“. Candy betont, dass es sich hier um reines Pinkwashing handelt. Die Agenturen und Brands wollen eine Person aus der Community also nicht bezahlen, obwohl sie Umsatz mit der Community machen wollen. „Also irgendwas stimmt doch mit euren Werten nicht“, sagt Candy in ihrem knapp fünf Minuten langem Statement.

Pinkwashing

Pinkwashing bezeichnet eine Strategie, bei der z.B. die LGBT-Bewegung genutzt wird, um sich, seine Brand oder sein Produkt als modern, fortschrittlich und tolerant zu präsentieren. Zuerst wurde der Begriff durch eine Kampagne gegen Brustkrebs geprägt. Ihr wurde vorgeworfen, dass das dahinterstehende Unternehmen die Brustkrebserkrankten nur benutzte, um von ihrer Krankheit zu profitieren, während sie nach außen hin sich so präsentierten, als wollen sie den Brustkrebserkrankten helfen.

Candy sagt weiter, dass sie Jahrelang auch unbezahlte Kooperationen gemacht hat, aber es ihr nun reicht umsonst zu arbeiten. Seitdem ist eine Diskussion über die Glaubwürdigkeit von Marken und deren „Pride Collections“ oder „Pride Produkten“ entstanden. Es ist wichtig, dass jeder die Firmen hinterfragt und es ist wichtig, dass Menschen wie Candy Crash ihre Follower aufklären und aufzeigen, wie es wirklich hinter den Kulissen läuft. Auch ich achte bei meinen Kooperationen darauf, dass die jeweilige Firma wirklich dahinter steht und auch investiert, so wie über den Pride hinaus an meiner Community interessiert ist. Nur leider ist man hinterher oftmals schlauer, denn vielen Menschen aus der Community wird viel versprochen, wenn der Tag lang ist. Das muss sich ändern. / Berry

Bild: Instagram/candycrash