Die große Frage ist doch so oft: „Bist du der aktive oder der passive Part?“. Es ist ganz üblich in der LGBT+Szene, dass Männer eine dieser beiden „Vorlieben“ bevorzugen oder sich auf einem Spektrum dazwischen bewegen. Einige möchten jedoch möglicherweise nur das eine oder andere tun und werden als „Total Tops“ oder „Total Bottoms“ bezeichnet.

Sexualität ist ein Spektrum und auch sexuelle Vorlieben können dies sein. Oft wirkt es so, als müsste sich jeder schwule Mann an einem bestimmten Punkt in seinem Leben dafür entscheiden, ob er Top, Vers. oder Bottom ist. Dem ist nichts. Dennoch gibt es sehr viele schwule Männer, die ihre „Position“ beim Sex gefunden haben und ungern tauschen möchten.

Die Seite Gay Star News hat einige der sogenannten „Power Bottoms“ gefragt, wieso „Topping“ einfach nichts für sie ist und diese ehrlichen Statements in einem Artikel veröffentlicht. Alex z.B. ist 22 und kommt aus Mailand. In dem Interview sagt er : „Ich habe es einmal versucht aktiv zu sein und es ist nicht so, dass es mir nicht gefallen hat. Ich fühle mich aber einfach viel besser, wenn ich passiv bin. Es fühlt sich für mich insgesamt nach einer besseren Erfahrung an“.

„Ich habe es einmal versucht aktiv zu sein…“

Jordan ist 25 Jahre alt, ebenfalls schwul und aus London. Er sagt: „Ich würde sagen, dass ich mich nur an die Position gehalten habe, mit der ich mein Sexleben begonnen habe. Ich hatte damals wenig Erfahrung als Top. Deshalb war ich immer vorsichtig, ein Top zu sein und ich wollte niemanden enttäuschen. Wann immer ich der Aktive war, war es im Allgemeinen eine ziemliche Aufgabe für mich und ich musste wirklich ziemlich geil dazu sein. Es ist einfacher ein totaler Bottom zu sein, besonders wenn man ein bisschen unterwürfig ist, wie ich. Es ist das, was ich besser kann. Die Leute gehen immer davon aus, dass ich ein Top bin, da mir gesagt wird, dass ich einen überdurchschnittlich großen Penis habe, aber während ich hart und geil werde, werde ich im Allgemeinen ziemlich leicht weich“. Weiter sagt Jordan: „Obwohl ich toppen könnte, ist es im ein großer Druck für mich die Ausdauer und Energie zu bewahren“.

„Früher war ich Top, dann Vers und jetzt Bottom“

Bei manch anderen Männern ist es dann eher die Kombination, wie bei Jack. Er ist 19 Jahre alt und kommt aus Colorado: „Ich würde sagen, ich bin ein totaler Bottom, weil mein Freund ein totaler Top ist. Ich möchte manchmal toppen, aber ich habe es mit ihm nie gemacht“. Weiter erzählt er: „Ich mag es passiv zu sein, weil ich es liebe jemand anderem zu gefallen“. Taylor hingegen hat seine Vorliebe für das Passivsein erst später entwickelt. Der 33-Jährige sagt in dem Interview: „Früher war ich Top, dann Vers und jetzt Bottom. Ich bevorzuge es und es ist Ewigkeiten her, seit ich Top war. Ich habe mich in den frühen Tagen einfach nicht besonders wohl gefühlt. Aber als ich älter geworden bin, fühlte ich mich viel wohler damit wer ich bin und was meine Vorlieben sind. Auf diese Weise macht es viel mehr Spaß. Es gibt keinen besonderen Grund, warum ich mich geändert habe. Vielleicht hat es mir damals einfach nicht gefallen“.

Man darf die Rollen nicht zu ernst nehmen!

Ob man nun Top oder Bottom ist. Ich kann jedem nur sagen, dass man sich von diesen festen Zuweisungen lösen muss. In der Szene steckt viel Wertung in diesen Rollen und Bottoms werden oftmals herab gestuft. Jeder sollte die Rolle beim Sex einnehmen, nach der er sich fühlt und da gibt es nichts zu verurteilen. Schön, dass die genannten Personen so offen und ehrlich über ihre Erfahrungen gesprochen haben. / Berry

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