In den USA passiert derzeitig jede Menge und man kann es durchaus als Bewegung bezeichnen. Nach der Ermordung von Tony McDade durch Polizisten – nur zwei Tage nach dem Mord an George Floyd – protestieren Tausende für ein Ende der Gewalt gegen Trans-People-of-Color.

Auslöser war die Ermordung von Tony McDade, der als transsexueller Mann in den USA lebte, durch Polizisten. Das geschah nur zwei Tage nach dem Mord an George Floyd. Doch während weltweit über George Floyd berichtet wurde, wurde über Tony McDade so gut wie gar nicht berichtet. Nun fordern viele eine rechtliche Strafverfolgung und mehr Aufmerksamkeit für diesen und ähnliche Fälle.

Trump schafft Schutz von Trans-Patienten ab

Die aktuellen Proteste sind aber das Resultat vieler Missstände in den USA. Die US-Regierung hat mitten im Pride Monat Juni eine von Ex-Präsident Obama geschaffene Regelung zum Schutz von Trans-Personen vor Diskriminierung im Gesundheitswesen zurück genommen. Dabei soll das Wort „Geschlecht“ künftig wieder nur auf männlich oder weiblich festgelegt werden können. Ärzte und Versicherer könnten also Trans-Personen die Versorgung verweigern. Präsidentschaftskandidat Biden sagte auf Twitter, dass Trumps Grausamkeit keine Grenzen kenne. Denn die Ankündigung erfolgte unglücklicher Weise am Jahrestag des Attentats auf den „Pulse“-Nachtclub in Orlando.

Währenddessen versammelten sich einige Aktivisten rund um den Stern von Trump auf dem „Walk of Fame“ und forderten ihn auf, sein Amt niederzulegen. Eine große und friedliche Menge marschierte nach West Hollywood, um auf rassistische Ungerechtigkeiten und LGBTQ-Rechte aufmerksam zu machen. Ein neu gebildeter schwarzer LGBTQIA-Beirat hatte den Protest organisiert.

„Wir haben es satt, dass die Strafverfolgung uns nur brutal umbringt“

Es gibt also viele Gründe, warum genau jetzt so viele Menschen in den USA auf die Strasse gehen. TS Candii, eine 26-jährige schwarze Transfrau und eine der Organisatoren des Protestes im Stonewall Inn, sagt gegenüber Vice: „Die cis-Leute gehen wegen all ihrer Todesfälle und Morde immer auf die Straße“. Weiter sagt sie: „Wir haben zwei verschiedene Welten. Wir haben die Morde satt. Wir haben es satt, dass die Strafverfolgung uns nur brutal umbringt.“ / Berry

Bild: Instagram/BenZerbst