Amy Winehouse hat eine einzigartige Karriere hingelegt. Mit gerade einmal zwei Studio-Alben zu Lebzeiten und ihrem Tod kurz nach dem Höhepunkt ihrer kurzen Karriere, gilt sie heute als Musiklegende. Es gibt Künstler, die haben das, was sie geschafft hat, in 30 Jahren nicht erreichen können. Nun kommt ihr bewegtes Leben mit der Dokumention „Amy“ in die Kinos. 

Es ist eigentlich die klassische Geschichte vom Aufstieg und Fall einer Person, die im Rampenlicht steht. Eine Frau, die mit 27 Jahren durch Drogen den Tod fand und viel zu früh starb. Es ist nicht nur der legendäre „Club 27“, zu dem verstorbene Künstler wie Kurt Cobain oder Jimi Hendrix gehören, die ebenfalls im selben Alter starben. Nein, es ist auch die Geschichte von Whitney Houston und Michael Jackson, die allesamt zu Weltstars wurden und von falschen Menschen umgeben waren, die sie in den Tod stürzten. 

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Der britische Regisseur Asif Kapadia hat für seinen Dokumentarfilm „Amy“ enorm viel Filmmaterial aus dem familiären, freundschaftlichen und beruflichen Fundus verwertet. Das Material reicht von Amy als rebellischer Teenager bis hin zur berühmten Amy Winehouse in Interviews der Weltpresse. Es gibt aber auch Gespräche mit ihrem Ex-Mann Blake Fielder-Civil, Freunden und Menschen, die unmittelbar mit ihr arbeiteten wie Produzent Mark Ronson. Die Aufnahmen sind teils sehr privat und man muss sich hier fragen, ob eine Veröffentlichung jemals die Zustimmung von Amy Winehouse erhalten hätte. Sicherlich nicht. 

Harte Bilder und O-Töne

Die Bilder und die O-Töne sind teilweise sehr hart anzusehen. Amy Winehouse wollte nicht berühmt werden und ihr fiel es schwer ihre Bekanntheit zu akzeptieren. Bewusst ließ sie sich in „unvorteilhaften“ Situationen von Paparazzis ablichten, um ihrem Erfolg ein Ende zu setzten. Dieser Verfall wird chronologisch aufgearbeitet und anhand des Materials belegt. Erst ist sie das große Talent, dann kommen die bösen Menschen und Alkohol, Drogen und eine sehr lange Magersucht ins Spiel. Anschließend folgt der dramatische Zerfall der Amy Winehouse. 

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Amy´s Familie wehrte sich strikt gegen die Veröffentlichung des Filmes und wer sich den Film anschaut, wird den Grund schnell erkennen: Besonders Amy´s Vater kommt schlecht weg. So wird behauptet, dass ihr Vater sie zu Auftritten zwang, zu denen sie nicht mehr in der Lage war. Auch war er der Meinung, dass Amy nie ein ernsthaftes Problem gehabt habe. Er habe ihren Verfall verkauft und Geld mit ihr gemacht, als wäre sie ein Rennpferd. So zumindest der Eindruck, den der Film hinterlässt. 

Ein Muss für alle Fans

Doch generell muss man sich nach der Dokumention fragen, von was für Menschen diese Frau tatsächlich umgeben war? Wo kommt dieses Material her und welche Freunde, Angehörige oder Partner stellen diese intimen O-Töne der Öffentlichkeit zur Verfügung? Es ist ein Trauerspiel und dennoch für Amy Winehouse Fans sehenswert, denn auch wenn die Doku eher an der Oberfläche kratzt, hat man das Gefühl, Amy so nahe wie noch nie gekommen zu sein. 

Start: 16. Juli 2015

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Fotos: ©ProKino

Tante Lotti schreibt regelmäßig als Gast-Bloggerin für Hollywood Tramp.

Tante Lotti – Regelmäßige Gast-Bloggerin bei Hollywood Tramp.