Adele-Easy-On-Me-Musicvideo

Adele überrascht mit neuen Sounds auf ihrem Album „30“ – Review

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Heute ist endlich das vierte Album von Adele veröffentlicht worden. Sechs Jahre nach „25“ folgt nun „30“ und wer ein typisches Adele Album voller Balladen erwartet hat, wird überrascht sein. Kritiker loben es jetzt schon als mutigen Schritt ihrer Karriere.

An Adele kommt man derzeitig nicht vorbei. Sie zierte mit ihrer Titelstory die amerikanische und britische „Vogue“, hatte ein großes TV-Special mit US-Starmoderatorin Oprah Winfrey und da wäre noch die erste Single „Easy on Me“, die überall durch die Decke ging. Das Album wird vermutlich das größte des Jahres werden. Zumindest wenn man den Vorbestellungen und den Prognosen glaubt.

Einige Medien durften „30“ vorab hören und so gab es schon Mitte der Woche die ersten Reviews im Netz. US Today schrieb z.B. dass dies ganz und gar nicht das Scheidungsalbum sei, das man erwarten würde. Der Rolling Stone bezeichnet das Album als das beste Werk Adeles. Und tatsächlich. Adele klang noch nie so wild. Sie verwandelt ihre eigenen Gefühle in Songs, aus denen sie gefühlt selber schlau wird. Und wir dürfen bei allen diesen kleinen Geschichten dabei sein.

Der klang des alten Hollywoods

Die Songs „Easy on Me“, „Hold On“ und „To Be Loved“ sind die einzigen Tracks, die wie die klassische Adele klingen. „30“ überrascht nämlich doch mit mehr Tempo, als man es von ihr gewohnt ist. Das Album hat irgendwie den Klangteppich des alten Hollywoods. Zwar sind Soul, Jazz und Blues keine neuen Einflüsse für die Sängerin, doch auf „30“ wird der Stil opulent mit Streichern, Gospel und Samples vom verstorbenen Jazzpianisten Erroll Garner aufgemischt. Das macht etwas her.

Adele klingt reif und ausgeglichen. Und auch wenn einige Kritiker sagen, dass das Album nicht mehr nach der Adele von nebenan klingt, höre ich sehr viel UK in „30“ und fühle mich doch manchmal an ihr Debütalbum erinnert. Adele hat für „30“ mit einer Reihe von Produzenten gearbeitet und vielleicht ist es dadurch ihr wildestes Werk. Dennoch schafft sie eine Balance zwischen Traurigkeit und Empowerment. Zwischen Midtempo und Ballade. Für mich ist es das beste Album, dass sie kreiert hat. Ein zeitloses Werk, das man in fünf, zehn oder zwanzig Jahren noch hören werden kann und das nach Adele klingt, aber dennoch neue Sounds hervorbringt. / Berry

Bild © YouTube/Adele