Während die Welt auf das „B10“-Album von Britney Spears wartet und der Kalender uns daran erinnert, dass das „Glory“-Album vor genau drei Jahren veröffentlicht wurde, habe ich eine Liste mit Britney Tracks erstellt, die es verdient hätten, eine Single zu sein.

Seit 20 Jahren liefert uns Britney Spears Banger, die oftmals die Popkultur entscheidend geprägt haben. Um die lange Wartezeit bis zu einem nächsten Album zu verkürzen, habe ich zehn Britney Songs rausgesucht, die meiner Meinung nach, damals eine Single hätten sein müssen. / Berry

What It’s Like to Be Me

Mit Backing-Vocals von Britneys damaligem Freund Justin Timberlake, erinnert “What It’s Like to Be Me” sehr an den Stil von sowohl Janet als auch Michael Jackson. Nicht auszumalen wie episch ein Musikvideo mit den beiden Superstars gewesen wäre. Für mich ist dieser Song ein Vorbote für „Piece of Me“ gewesen, denn Britney thematisiert hier ihr umkämpftes Leben im Rampenlicht und ihre Wahrnehmung als Person durch die Öffentlichkeit.

Breathe on Me

„Breathe on Me“ ist sicherlich der Track auf „In The Zone“ der die damalige Pop Prinzessin in ein düsteres, mysteriöses Licht rückte. Diese unschlagbare Kombination fand später auf „Blackout“ seinen Höhepunkt. Sexy und hypnotisch und vom Sound seiner Zeit voraus. Mich erinnert der Song sehr an Madonnas „Erotica“-Ära und verkörpert Britney als selbstbewusste und provokante Künstlerin. Mit genau so einem Video hätte Britney Grenzen sprengen können.

Get Naked (I Got A Plan)

Die meisten Leute würden „Blackout“ als das beste Britney Spears Album bezeichnen und tatsächlich hält dieses Album viele potentielle Hits in der Hinterhand. „Get Naked (I Got A Plan)“ ist so etwas wie das schwarze Herz vom „Blackout“-Album. Ein Sexbesessener Song, der durch die übertriebene Autotune-Nutzung fast schon wie von einem anderen Stern wirkt. Hier wird ein Sound kreiert, den sich Britney hätte als Markenzeichen aufbauen können.

Up N´Down

Dieser Song sticht aus „Femme Fatal“ hervor, weil es eine große Anlehnung an die 90er bietet. Ein einfacher Pop Song, der den Spagat zwischen dem 2010er David Guetta-UzUz-Sound und guter Pop Musik schaffte. Hier wäre ein sexy Musikvideo, wie bei „Slave 4 U“, bahnbrechend für Britney und die „Femme Fatal“-Ära sein können. Eine tolle dritte oder vierte Single!

Inside Out

Bleiben wir für einen Moment bei „Femme Fatal“. Neben all den unerbittlichen Club Songs, mit denen uns „Femme Fatale“ gesegnet hatte, hatte das Album auch noch diese atemberaubende Mid-Tempo Nummer. Geschrieben und Produziert von Max Martin und Bonnie McKee ist das Britneys Schnittpunkt mit Dubstep-Elementen gewesen und textlich ebenfalls ganz weit vorne.

Alien

Ich könnte lange aufzählen, was bei der „Britney Jean“-Ära alles schief gelaufen ist, doch auch wenn das Album nicht den kritischen oder kommerziellen Erfolg gerecht werden konnte, den Britney gewohnt ist, gab es einige herausragende Titel. Nach „Work Bitch“ hätte „Alien“ auf jeden Fall die zweite Single werden müssen. Ein melancholischer Song, von William Orbit produzierter, der eine gewisse Magie und Einsamkeit verkörpert, die man Britney als globalen Superstar abkauft.

Change Your Mind (No Seas Cortes)

„Glory“ war meiner Meinung nach ein sehr starkes Britney Album, dass schlechtem Marketing und einer schlechten Auswahl an Singles zum Opfer gefallen ist. Dieser Latin-beeinflusste Banger von Britney hätte ein großes Comeback für sie werden können. Ein Musikvideo à la JLo´s „Ain´t It Funny“ in der „Alt Version“, wie man Britney bisher noch nicht gesehen hat. Gib mir etwas „La Isla Bonita“!

Touch Of My Hand

Bevor Dami Lovato an sich herumspielte oder Hailee Steinfeld geschworen hatte, sich selbst zu lieben, legte Britney Hand an. „Touch Of My Hand“ war ein gewagter Song, der offensichtlich eine Hommage an die Selbstbefriedigung ist, auch wenn Britney Spears in Interviews eher schüchtern und verhalten auf den Song reagierte. Dieser Track als Single mit einem asiatisch angehauchtem Video mit dem Flair von Janet Jackson´s „If“ wäre alles gewesen.

(I´ve Just Begun) Having My Fun

Ein echter Britney Deep Cut ist vermutlich „(I´ve Just Begun) Having My Fun“. Der Song landete auf dem „Greatest Hits: My Prerogative“-Album im Jahr 2004 und erinnert sehr stark an die Zusammenarbeit von Pharrell Williams mit No Doubt: „Hella Good“. Britney in einem etwas rockigerem Setting, als erwachsene Antwort auf ihr „I Love Rock´N´Roll“-Cover, wäre sicherlich geil gewesen.

Do You Wann Come Over?

An dieser Stelle wird es etwas kritisch, denn „Do You Wanna Come Over“ wird tatsächlich als dritte Single vom „Glory“-Album angegeben. Doch eine „echte“-Single im klassischen Sinne mit Musikvideo war es nie. Der Song erinnert stark an die „Circus“-Ära von Britney und wäre eine solide Pop Single gewesen, die etwas an Meghan Trainor´s „Me Too“ erinnert. Pop at it´s Best, würde ich sagen und mit passendem Video sicherlich eine starke Single für „Glory“ gewesen.

Bild: Sony Music Germany