Die neue Smartphone App „Manly“ macht genau das, was der Name verspricht. Nämlich echte „Männer“. Behaupten zumindest die Macher. Die neue App steht unter Beschuss, denn sie ermöglicht es, seine Bilder auf dem Smartphone mit Sixpack, Bart und dicken Oberarmen zu verfälschen und ein Bild zu prägen, das eben nicht der Realität entspricht. Hauptsache „männlicher“. 

Mit der „Manly“-App können sich Männer optisch ihre Muskeln aufpumpen lassen, einen Vollbart wachsen lassen oder ihrem Körper Tattoos verpassen. Auch die Hautfarbe lässt sich ändern, falls man schon länger nicht mehr in der Sonne war. Die App ermutigt ihre User die „männliche Version“ ihrer selbst kennenzulernen. Und genau das kommt derzeitig bei vielen Menschen nicht gut an. Die App stellt Eigenschaften in den Vordergrund, die angeblich männlich sind und sagt im Umkehrschluss, dass alles andere eben nicht männlich ist oder ein „echter“ Mann so auszusehen hat.

In einem Artikel im The Independent meldet sich Denise Hatton, Co-Founderin der „Be Real“-Kampagne, über diese App zu Wort: „Viele Menschen denken, dass nur Frauen Probleme mit ihrem Erscheinungsbild haben, aber wir haben gesehen, dass immer mehr Männer verzweifelt versuchen, dem männlichen Schönheitsideal gerecht zu werden, welches wir ständig in den Medien und in der Werbung sehen“. Die „Be Real“-Kampagne versucht die Einstellung der Menschen gegenüber Schönheitsidealen zu ändern. Weiter sagt Hatton über „Manly“, dass hier ein bestimmter Weg vorgegeben wird, den ein Mann gehen muss, um als attraktiv angesehen zu werden.

Wo ist der Unterschied zu anderen Bildbearbeitungs-Apps?

Jetzt ist natürlich die Frage, in wie weit „Manly“ nun etwas anderes macht, als andere Apps wie Instagram und die diversen Facetune und Bodytune Apps? Sie alle ermöglichen es dem User, ein Bild zu erschaffen, das der Realität nicht entspricht. Doch der Shitstorm bei „Manly“ beweist, dass sich hier besonders viele Menschen angegriffen fühlen. Die App wird online von Usern als „falsch“ oder „abwertend“ bezeichnet. Andere finden, dass die App Stereotypen unterstreicht und das Schubladendenken der Menschen fördert.  

Ich frage mich, wieso man sich optisch so sehr verändern sollte? Natürlich kann man seine Haut glätten oder etwas dunkler machen mit einem Filter, damit alle denken, man war im Urlaub. Das sind keine gravierenden Änderungen, wie ich finde. Aber so krasse Änderungen wie Tattoos, die man nicht hat oder sogar einen Bart, obwohl keiner wächst, wirken ja spätestens in dem Moment lächerlich, in dem man einer Person im echten Leben gegenüber steht und eben alle diese „männlichen“ Merkmale nicht hat.

Und genau das ist eigentlich das wirklich unmännliche daran, nämlich Männer, die so sehr Wert darauf legen, Männlich aussehen zu wollen und sich über Männlichkeit definieren müssen. Sei doch einfach du selbst und das empfinde ich als viel männlicher, als jeder Bart oder jedes Tattoo. 

Bild: Manly via Facebook

Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!

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