Ich bin kein Politiker und ich bin auch kein Journalist. Ich führe einfach nur meinen Blog „Hollywood Tramp“ mit dem Schwerpunkt auf LGBT-Themen, um das schreiben und ausdrücken zu können, was mich bewegt. Der Anschlag von Orlando bewegt mich sehr und natürlich betrifft mich diese Tragödie, weil das auch ich in einem schwulen Club in Deutschland hätte sein können. Doch die Medien und vor allem die Politik, möchten diesen Anschlag gerne mit dem Stempel „Es war ein Anschlag auf uns alle“ abtun. 

In der Nacht zum Sonntag wurden 50 Besucher des LGBT-Clubs „Pulse“ in Orlando, Florida, von dem Täter Omar Mir Seddique Mateen erschossen. Weitere 53 wurden dabei verletzt. Der Täter soll homophob und geistig gestört gewesen sein und sich dem IS angeschlossen haben. Fakt ist auf jeden Fall, dass dieser Mann gezielt in einen Gay Club gestürmt ist, um genau diese Menschengruppe zu töten, nämlich Homosexuelle, Transsexuelle usw. Von einem Angriff auf uns alle kann man sprechen, wenn der Täter durch die Straßen von Orlando läuft und wahllos Menschen erschießt. Tat er aber nicht. Hätte er eine christliche Kirche während einer Messer oder Gottesdienstes gestürmt und die Menschen erschossen, würde auch keiner sagen, das war ein Angriff auf uns alle, sondern ein Angriff gegen die christliche Religion. 

Die Rede von Merkel zu dieser Tragödie ist genau aus diesem Grund inhaltlich nichts sagend. Sie geht weder auf Homosexuelle, noch auf die LGBT-Community ein. Natürlich, denn sonst müsste sie sich unangenehmen Fragen zu ihrer Politik und ihrem berühmten „Bauchgefühl“ gegenüber der Homo-Ehe gefallen lassen. Solange das ein Anschlag gegen alle Menschen ist, macht sich hierzulande keiner die Finger dreckig. Doch genau damit leugnet sie jeden einzelnen LGBT-Menschen nicht nur hier in Deutschland. Anders hingegen US Präsident Barack Obama und Hilary Clinton, die bei ihren Reden der Kanzlerin um einige Jahrzehnte voraus zu sein scheinen. Homophobie ist überall, auch wenn man das in so manch einer Großstadt gerne vergessen mag und Homophobie ein unangenehmes Thema ist, dem sich die Politik aber spätestens jetzt zu stellen hat. 

+++BARACK OBAMA SPRICHT ÜBER DEN ANSCHLAG IM PULSE CLUB IN ORLANDO+++

Die LGBT-Community braucht ihre Kultur und die Orte, an denen wir wir selbst sein können. Wir wurden angegriffen und wir sind eine klar zu definierende Personengruppe. Schwule, Lesben und Transsexuelle haben nicht Jahrzehnte für ihre Kultur, Rechte, Clubs und Viertel gekämpft, um sich das nach diesem gezielten Anschlag absprechen zu lassen. Dieser Anschlag ist nur der Tropfen, der das Fass voller täglicher, homophober Angriffe zum Überlaufen gebracht hat. Es vereint jeden dummen Spruch in der Bahn, jede tägliche Diskrimierung am Arbeitsplatz und jeden verwerflichen Blick in der Fußgängerzone, zu einer Tragödie, die für mehr steht, als nur einen Anschlag auf alle Menschen. Der Nachtclub „Pulse“ in Orlando und der 12. Juni 2016 müssen als gezielter, homophober Angriff gegen die LGBT-Community gesehen werden und als solches auch in die Geschichte eingehen, damit diese Tragödie die Chance hat, zum Symbol gegen jegliche Diskrimierung zu werden. Wir brauchen dieses Symbol, denn Homophobie ist vielen Länden dieser Welt rechtlich vielleicht eingedämmt, aber im Alltag allgegenwärtig und das muss jeder Mensch sehen und verstehen.   

+++DIESE BITTERSÜSSEN BILDER ZEIGEN DEN WELTWEITEN ZUSAMMENHALT FÜR ORLANDO+++

Titelbild: Kleinschmidt / MSC [CC BY 3.0 de], via Wikimedia Commons

Auf Hollywood Tramp teilt Berry E. eine bunte Auswahl an LGBT-Themen, Musik, Style, Sexappeal und Events, die ihn bewegen.

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Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!