Vor 10 Jahren ist das „X“-Album von Kylie Minogue erschienen. Es war ihr großes Comeback-Album nach ihrer Krebserkrankung und der abgebrochenen Welttournee. Die Kritiken waren durchwachsen und Kylie wurde vorgeworfen, es nach ihrer Erkrankung mit diesem Album etwas überstürzt zu haben. 10 Jahre später besuche ich das Album mit euch erneut. 

„2 Hearts“ war das erste musikalische Lebenszeichen, nachdem Kylie Minogue sich aufgrund ihrer Krebserkrankung zurückzog. Sie brachte nach ihrer Genesung erstmal ihre „Showgirls“-Tour zu Ende und arbeitete dann an dem „X“-Album, bis am 09. November 2007 ihre erste Single erschien. 

„2 Hearts“ war musikalisch ein unerwarteter stilistischer Move. Mit dem Song kopierte sie sich weder selbst, noch klang sie wie ihre Kolleginnen zu der Zeit. Der Electro-Rock Song, der vom Sound etwas an Goldfrapp erinnert, besticht durch das eingängige Piano und der stark zurückkehrenden Minogue. Leider der einzige Song auf „X“ in dem Stil. Der Bruch zu „Like A Drug“ ist daraufhin enorm und gelingt nur schwer. Dennoch ist „Like A Drug“ ein Perle auf dem Album. Der Song besticht durch seine 80er-Elemente, die mit modernem Pop verschmelzen. „In My Arms“ ist der größte Hit des Albums und bis heute einer der großen Kylie-Gute-Laune-Pop-Nummern. Rückblickend ist auch „Speakerphone“ nicht zu unterschätzen. Der Song ist eine elektronische Wucht, die vor allem bei den Live-Show das ware Potential entfalten konnte. Kylie sing auf diesem Song kaum, sondern ist Teil einer mechanischen Klangwelt. „Sensitized“ basiert auf einen Song von Brigitte Bardot und Serge Gainsbourg. „Heart Beat Rock“ weist starke Referenzen zu Gwen Stefani´s „Hollaback Girl“ auf und wurde vor allem auf der anschließenden Tour als Live-Version mit Übergang zu „Wow“ gefeiert.

„The One“ ist ein typischer Kylie Pop Song, wie aus den 80ern mit Disko-Elementen. Ein Song, der sich sicherlich über die Zeit erst entwickelt hat. Der positive Song „No More Rain“ verliert sich etwas auf dem Album und erinnert an Madonna zu ihrer „Ray of Light“-Ära. „All I See“ bekam sogar ein sexy Video mit Kylie´s damaligem Tänzer Marco Da Silva und hat als einer der wenigen Songs auf dem Album einen 90s-RnB-Sound, den man eher noch auf „Body Language“ fand. „Stars“ ist wieder einer dieser typischen Kylie Songs, die zu 100 % Pop sind. Der Song weißt sogar Parallele zum Sound von Britney´s „Blackout“-Album auf. „Wow“ ist neben „In My Arms“ sicherlich mit die stärkste und nachhaltigste Nummer des Album. Was für ein Gute-Laune-Song und Ohrwurm! Wo wir schon über „Blackout“ gesprochen haben: auch „Nu-Di-Ty“ passt in das ganze Britney 2007 Sound-Konstrukt. Sicherlich einer der futuristischen Songs des Albums, der heute locker im Radio laufen könnte. Den Abschluss findet das Album mit dem Song „Cosmic“, während auf der Deluxe Edition noch weitere drei Songs – darunter auch die wunderschöne Ballade „White Diamond“ – zu finden sind.  

Rückblickend ist „X“ nicht das stärkste Kylie Album. Das muss man auch nach 10 Jahren zugeben, aber das Album hat seine Perlen und bringt alleine schon mit „In My Arms“ und „Wow“ zwei extrem große und zeitlose Kylie Nummern hervor. „X“ brachte zu einer Zeit einen Sound raus, den Kylie´s Kolleginnen vor ihr schon ausgelutscht hatten. Hier etwas Gwen Stefanie, da etwas Britney. Electro-Disco trifft auf Cosmic-Disco mit Anlehnungen an 80er Dance oder 90er RnB. Ja, das hatten wir zu der Zeit alles schon gehabt. Dennoch findet man Perlen auf dem Album, die damals vielleicht ihrer Zeit voraus waren wie eben „Like A Drug“, „Speakerphone“ oder „Nu-Di-Ty“ und da wäre ja noch „2 Hearts“. Ein Song, mit dem Kylie wirklich überraschen konnte und der einzigartig in ihrer Karriere bleibt. 

Bild: Parlophone

 

Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!
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