Paloma Faith haben Viele hierzulande schonmal gehört, aber einen konkreten Song kann kaum jemand nennen. Verwunderlich, denn sie zählt zu den erfolgreichsten britischen Sängerinnen unserer Zeit und bekam für alle ihre bisherigen drei Alben Doppelplatin in ihrer Heimat. Am 17. November veröffentlicht die 36-jährige Londonerin nun ihr viertes Album “The Architect“ und dieses Album ist der Beweis, dass Paloma Faith zu einer total unterschätzten Künstlerin hierzulande gehört.

Es ist der erste Release seit der Geburt des ersten Kindes der Sängerin und Schauspielerin. Was erwartet uns also auf “The Architect” und wie anders wird es im Vergleich zu den Vorgängern? Mit dem Intro “Evolution” ist auf jeden Fall direkt klar, dass man hier auf einem Album gelandet ist, das eine Mission hat. Hier erwarten uns gleich nicht irgendwelche wahllosen Songs, die über die Zeit gesammelt wurden. Nein, hier hat jemand sein ganzen kreatives Ich ausgeschöpft und es in eine wunderbare Platte verwandelt.

Jeder Song kommt als Single in Frage

Das bestätigt der episch-mitreißende Titelsong “The Architect”, der übrigens eine super Comeback Single für Duffy gewesen wäre. Es folgt “Guilty”, eine der ersten beiden Singles, bei dem Paloma schwer stampfend zugibt: “I am guilty as hell”. Typisch Paloma Faith wechseln sich Balladen mit Soul und leichtem Disco ab. So folgt die Single “Crybaby”, die zu meinen Favoriten gehört und stimmlich manchmal an Sia erinnert. Der Track “Warrior” wurde übrigens von Sia sogar mitgeschrieben.  “I`ll Be Gentle” ist eine schöne Nummer mit John Legend. Ein weiteres Highlight ist die Disco-Electro-Nummer “´Til I´m Done”, die absolutes Hitpotential hat. Generell weiß man auf “The Architect” gar nicht, welcher Song nicht als Singleauskopplung in Frage kommt? Denn es ist ein Album voller Hits und jeder ist total eigen und anders faszinierend. So wie “Lost And Lonely”, der in dieser Jahreszeit eine schöne 50er-Jahre-Weihnachtsnostalgie versprüht oder “Power To The Peaceful” der irgendwie auch zu den Spice Girls oder Simply Red passen würde. “My Body” ist sicherlich der Track mit dem modernsten Sound. Etwas Lady Gaga “Fame”-Vibes und etwas Kylie-“Body Language”-Synth-Pop.

Die Themen Liebe, Liebhaber oder Liebeskummer gibt es nicht

Ganze 19 Wunderkinder hat uns die Faith da auf eine Platte gepackt, die andere auf zwei aufteilen würden. Für das Songwriting und die Produktion des Albums verpflichtete sie hochkarätige Partner, wie eben Sia und John Legend. Aber auch Jesse Shatkin, TMS, Starsmith, Tobias Jesso Jr., Eg White und Rag’n’Bone Man. Auch der Schauspieler Samuel L. Jackson und der Journalist und Aktivist Owen Jones wirkten an der Entstehung mit. Ja, klingt komisch, aber ist so. Textlich widmet sich die Britin neben dem Brexit den drängenden sozialen und politischen Fragen und Themen wie Mutterschaft, soziale Ängste, die ungerechte Verteilung von Vermögen, den Einfluss von Technik auf das Gefühl zunehmender Entfremdung, die Zukunft der westlichen Welt, Donald Trump und die Flüchtlingskrise. Zum Glück, geht es kaum um die Liebe, Liebhaber oder Liebeskummer, denn das sollen die anderen ruhig machen.

Paloma Faith macht da in etwa etwas ähnliches wie M.I.A.. Sie verpackt schwere Themen in bunte Pop Musik, die musikalisch so leicht wirkt, aber inhaltlich unauffällig schwer sind. So kann sich jeder das aus “The Architect” ziehen, was er braucht. Eines der besten Pop Alben des Jahres und damit habe ich so gar nicht gerechnet. Bravo!

Für Fans von: Sia, Lady Gaga, Duffy, Birdy, Spice Girls

“The Architect” erscheint am 17. November 2017

Bild: Sony Music

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