Wann bekommt Jessie J endlich die Anerkennung, die ihr zusteht? Anscheinend nicht jetzt und schon gar nicht zum neuen Album „R.O.S.E.“, das letzte Woche mit kaum einer medialen Aufmerksamkeit erschienen ist. Dabei ist das Album eine tolle Leistung, auch wenn es sie viele Fans kosten wird.

Wenn man die typischen Kriterien ab zählt, die eine Künstlerin angeblich erfolgreich machen, hat Jessie J alles und müsste ganz oben in der Liga mitspielen. Doch genau das passiert nicht. Sie hatte ihre Hits, wie „Price Tag“, „Wild“, „Bang Bang“, „Masterpiece“ und „Domino“. Doch keiner kann so richtig sagen, warum Jessie J nicht in die Top Liga der Musikbranche aufsteigt?

Das neue Album „R.O.S.E.“ dürfte diese Frage zumindest indirekt beantworten. Immer dann, wenn sich Plattenfirma und Künstler nicht einig sind, passiert eben nichts und genau das beweist auch die Promo für dieses Album. Es ist einfach da und keiner redet drüber, denn keiner weiß davon.

Jessie J hatte vier Jahre Zeit zu überlegen, wo es hingehen soll 

Am Anfang wurde Jessie J von ihrem Label noch als schriller Draufgänger vermarktet. Darin fühlte sie sich schnell unwohl und entwickelte sich immer mehr zur Sängerin mit „DER“ Stimme. Dieses Image wurde aber dann nicht mehr so rund und energievoll promotet. Die Plattenverkäufe wurden schwächer und das obwohl Jessie J in vier Jahre ganze drei Album veröffentlichte. Verschwunden ist sie also nie.

In einer chinesischen Casting-Show stellte Jessie J zuletzt wöchentlich unter Beweis, dass sie Stimmlich einfach nur krass ist. Man muss sich nur ihre Cover Version von Whitney Houston, Céline Dion, Prince und Chaka Khan aus dieser Show angucken. Dann weiß man, dass diese Frau einfach alles hat, was die großen Ikonen hatten, wenn nicht noch mehr. 

JESSIE J BEGEISTERT UND BEWEGT MIT WHITNEY HOUSTONS „I HAVE NOTHING“!

Vier Jahre hatte nun Jessie J Zeit, sich zu überlegen, wo es musikalisch mit ihr hingehen soll. Nun ist „R.O.S.E.“ da. Das Album trägt den Namen ihrer Mutter. Das aus 16 Tracks bestehende Album ist ein sogenanntes Konzeptalbum, das in vier EPs mit je 4 Songs erscheint. „R.O.S.E.“ verkörpert übrigens die vier Wörter Realisations, Obsessions, Sex und Empowerment, die in jedem Kapitel abgearbeitet werden.

Es gibt Stärken und Schwächen

Das Album klingt in sich geschlossen und man hat das Gefühl, dass Jessie J etwas zu erzählen hat und es einem direkt auch erzählt. Die Songs versuchen nicht einmal Hits zu sein, was sehr viel Leichtigkeit rein bringt. Die Songs erfüllen ihren Zweck, als Teil dieser Geschichte. Ihre Stimme steht sehr im Vordergrund und das ganze Werk wirkt sehr authentisch. „R.O.S.E.“ ist weit besser, als viele Platten, die bis jetzt in 2018 erschienen sind.

Dennoch das Album hat auch viele Schwächen. Nicht alle Songs funktionieren und nicht jeder Song ist gut genug für eine Jessie J. Das ganze Konzept mit vier EPs ist etwas verwirrend und anstrengend, wenn man es nur oberflächlich abhören will. Die Vorabsingles „Real Deal“, „Think About That“, „Not My Ex“ und „Queen“ zeigen schon, wie spezielle dieses Album ist. Wer sich wirklich die Zeit nimmt und in diese Welt eintaucht, der entdeckt nach mehrmaligem Hören das Album neu. Man muss es entdecken. Es will entdeckt werden und genau deswegen wird Jessie J mit diesem Album sicherlich viele Fans verlieren. Aber vielleicht ist es musikalisch ihr Seelenfrieden. 

Bild: Brian Ziff/Universal Music

Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!

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