Wenn wir ehrlich sind, denken die meisten Menschen, dass schwule Männer nur analen und oralen Geschlechtsverkehr haben. Schwule Männer werden regelrecht auf ihr Arschloch reduziert. Dabei ist schwuler Sex viel vielschichtiger als nur Anal und Oral. YouTuber Bradley Birkholz hat in einem Video die Aussage gemacht, dass er weder auf Anal noch Oral steht und viele andere Sexarten genießt. 

Wenn Menschen an schwulen Sex denken, tendieren sie dazu an Analverkehr zu denken. So werden schwule Männer in der Öffentlichkeit dargestellt und stetig bleibt die Frage nach Top oder Bottom. Als der LGBTQ-YouTuber Bradley Birkholz in einem seiner Videos verkündete, dass er Analverkehr gar nicht mag, löste das eine große Welle an Reaktionen aus.

Bradley sagt, als er diese Aussage machte, fragten ihn die Leute dann „Also stehst du auf Oral stattdessen?“. Ein weiterer Beweis, wie weit dieses Bild verbreitet ist. Dabei gibt es so viele verschiedene Sexpraktiken für homosexuelle Männer, die aber meistens nur als Vorspiel eingestuft werden. 

Das Anal Universum des schwulen Mannes

Ist der schwule Mann also nur „schwul“, wenn er Analverkehr praktiziert? Immerhin wird uns sehr früh verinnerlicht, dass wir nach unserem Outing herausfinden sollen, ob wir passiv oder aktiv sind oder beides. Die meisten homosexuellen Sexfilme zeigen uns das. Alles dreht sich um das „Anal Universum des schwulen Mannes“. 

Dabei machen viele junge schwule Männer die Erfahrung, dass Analverkehr vielleicht doch nicht so unkompliziert, entspannt und praktisch ist, wie es auf PornHub & Co. aussieht. Es gehört eine gewisse Vorbereitung dazu, der Köper will nicht immer so, wie man es selber möchte usw. Und was ist eigentlich, wenn man weder aktiv, noch passiv ist und alle anderen Sexpraktiken genießt, die man zwischen Mann und Mann ausüben kann? Muss es immer Anal sein?

Anal ist okay, aber „Sides“ auch!

Wenn du ein schwuler Mann bist, der gerne und viel Sex hat, wird immer erwartet, dass man das ein oder andere ist und viel Anal- und Oralverkehr hat. Es wird bei Dates regelrecht erwartet. Bradley erzählt, dass er die Erfahrung gemacht hat, dass viele schwule Männer auch andere Praktiken genießen. 

In der englischen Sprache wird alles, was eben nicht Anal und Oral praktiziert wird, als „Sides“ beschrieben. In einer Speisekarte übrigens auch gerne als „Beilage“ bezeichnet. Diese Praktiken werden weit unterschätzt. Dabei geht es gar nicht darum, sich für oder gegen Anal zu entscheiden, sondern viel mehr, die sexuelle Welt des schwulen Mannes breiter zu sehen. 

Wer maskulin ist, ist Top! 

Uns wird oftmals viel zu viel von der Gesellschaft vorgesetzt. Wenn du schwul bist, musst du Analsex haben. Wenn du das tust, musst du Top oder Bottom sein. Wenn du maskulin bist, bist du eher Top. Feminine Männer sind eher Bottom usw. Es gibt aber eine sexuelle Welt hinter diesen Stereotypen. 

Wer eine Zeitlang bewusst auf Anal und Oral verzichtet, wird eine ganz andere Welt der sexuellen Stimulation erleben. Viele Aspekte entfallen einfach, wie die Frage, ob ich und mein Date sexuell kompatibel sind oder nicht. So können zwei passive Männer oder zwei aktive Männer problemlos zusammen kommen. Es spielt plötzlich keine Rolle mehr. 

Es gibt so viel mehr als Anal und Oral

Bradley Birkholz geht es nicht darum Analsex zu verurteilen. Es geht ihm in seiner Aussage darum, dass man sich nicht unter Druck setzten lassen soll und ich persönlich finde, man soll alles ausprobieren worauf man Lust hat und alles andere lassen, was sich für dich nicht richtig anfühlt.

Die Medien geben zu viel vor und sorgen dafür, dass wir oftmals nicht alle Möglichkeiten sehen. Anal ist toll, Oral ist toll und daneben gibt es eine große Spielwiese an „Sides“. Relax, it´s just sex!

Bild: Instagram

 

 

 

 

 

 

Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!

Spread the love
  • 501
  •  
  •  
  •   
  •   
  •  
  •  
    501
    Shares