Die Killerpilze kennen einige von uns noch als Teenieband und es ist wirklich eine gefühlte Ewigkeit her, doch die diese Band hat den Teenieband-Fluch überwunden und meldet sich mit einem neuen Album zurück, das sie über eine Crowdfounding-Kampagne finanziert haben. Ich habe mit Jo, Fabian und Maximilian über ihre neue Karriere gesprochen. 

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Ihr habt euer neues Album „High“ über Crowdfunding finanziert. Wie kam es dazu und glaubt ihr, dass das in der Zukunft für viele Bands ein Weg sein wird? 

Jo: Anfang 2014 wollten wir mit unserer eigenen Plattenfirma neue Wege gehen und uns nach Finanzierungsmöglichkeiten umsehen, die zukunftsträchtig sind. Dabei sind wir auf die Möglichkeit des Crowdfundings gestoßen und haben beschlossen, dass wir das bis dato größte Musik-Financing-Projekt in Deutschland angehen wollen. 55.000 Euro in 75 Tagen waren das Ziel und wir konnten am Ende sogar noch 20.000 Euro mehr verzeichnen. Der ganze Weg war spannend, risikoreich, denn es gab ja auch keine vergleichbaren Projekte. Wir haben mit diesem Projekt Pionierarbeit in Deutschland geleistet und sind sehr stolz darauf. Beim gesamten Crowdfunding wurde uns klar, dass die Arbeit der Jahre zuvor, die wir in Konzerte, Fankontakt und gute Qualität gesteckt haben, wichtig für den Zusammenhalt von uns und unseren Fans war. Das Vertrauen, das wir von der KPFAMILY bis jetzt zur neuen Platte HIGH gespürt haben ist einfach außergewöhnlich und einzigartig. 

Fabi: Natürlich gibt es mittlerweile sehr viele Bands, die Crowdfunding machen und wir freuen uns immer, wenn Musiker auf uns zukommen und uns um Rat bitten. Grundsätzlich glauben wir: Ja, es kann ein Weg von vielen sein, am Ende steht und fällt es aber immer mit der Fanbindung, die du Dir als Band bis dahin aufgebaut hast. 

Ist das vielleicht sogar die ehrlichste Art heutzutage ein Album zu finanzieren/produzieren? 

Fabi: Es ist auf jeden Fall eine ehrliche Art, ein Album zu produzieren, die aber auch viele Verpflichtungen mit sich bringt, von denen man sich als Künstler erstmal lösen muss.

Mäx: Es ist auf jeden Fall die direkteste Art, um zusammen mit seinen Zuhörern ein großes Projekt wie ein Album voranzutreiben. Wir wissen selbst nicht, ob wir diesen Aufwand nochmal für ein Album betreiben wollen.

Jo: Wir müssten auf jeden Fall wieder kreativ werden und neue Aspekte beim Crowdfunding suchen, die so noch niemand gemacht hat, damit sich die Leute nicht langweilen. Jetzt sind wir aber erstmal sehr happy, dass HIGH gerade ganz frisch in den Läden steht und wir uns voll auf die Tour mit diesem neuen Album konzentrieren können.

Ihr kennt ja auch die andere Seite als ehemalige Band bei einem Major Label. Welche Erfahrungen aus der Zeit, haben euch beim neuen Album geholfen? 

Jo: Uns haben alle Erfahrungen der letzten 14 Jahre als Band immer wieder geholfen. Die Major-Zeit war insofern lehrreich, dass wir auch dort schon gespürt haben, dass es immer auf die Motivation von einigen wenigen Leuten ankommt, egal wie groß der Betrieb dahinter ist.

Mäx: Mit HIGH, das ja jetzt im siebten Jahr auf eigenem Label erscheint, haben wir unser kleines Team ein bisschen erweitert und konnten uns nun wieder mehr auf die Musik konzentrieren. Die Motivation, die Jo angesprochen hat, legt aber jeder in unserem kleinen überschaubaren Team zu 110% an den Tag und genau deshalb läuft das neue Album so super an. 

Fabi: Qualität durch und durch war unser Leitspruch vor HIGH und wir haben großartige Leute getroffen, die diesen Weg genauso mit uns gehen wollen. Jetzt, wo wir in einem kleineren, aber sehr gut strukturierten Team arbeiten, sind wir auch sehr flexibel und können somit viele Dinge zukunftsträchtiger, schneller und innovativer lösen, als es vielleicht der ein oder andere big player im Business tut.

Jo: Wir behaupten stolz auf einem Indie-Major zu sein…(schmunzelt)

Mandy Capristo hat sich zu Grace Capristo umbenannt. Vielleicht auch als Abgrenzung zu Monrose. Hattet ihr im Vorfeld des Comebacks auch jemals über einen ähnlichen Schritt nachgedacht, um sich von dem alten Teenie-Band-Image freizumachen? 

Jo: Für uns ist es kein Comeback, sondern eher ein neues Momentum, ein neuer Hype mit dem gleichen Namen. 

Fabi: Wir merken gerade einfach, dass es genau der richtige Schritt war, all die „Zwischenjahre“ nicht an unserem – by the way großartigen – Bandnamen zu rütteln. Klar hat man hier und da immer wieder gezweifelt, weil manchmal unglaubliche Berge Arbeit und Überzeugungsarbeit vor uns lagen, aber genau jetzt im Frühling 2016 merken wir, dass wir alles richtig gemacht haben.

Jo: Unser Durchhaltevermögen und die Qualität, die wir seit Jahren auch im kleineren Rahmen geliefert haben, bekommt jetzt die volle Aufmerksamkeit im Mainstream. Ob wir dann bei der Tagesschau sitzen, beim ZDF oder PROSIEBEN unsere Songs spielen oder auf den größten Festivals in Deutschland: Es hat länger gedauert, aber der Weg war es wert.

Mäx: Wir sind außerdem auch unglaublich stolz auf unsere Teenie-Band-Vergangenheit. Ich meine, wir waren einfach die letzte große Teenie-Band in Deutschland, haben unfassbare Sachen erlebt und haben es im Gegensatz zu allen anderen eben durchgezogen und gezeigt, dass wir mehr sind als nur ein Hype. Wir genießen die Aufmerksamkeit im Moment, aber wir wissen ganz genau, dass es alles mit den kleinen Schritten in den letzten Jahren zu tun hat. Es gibt keine Band in Deutschland mit einer vergleichbaren Geschichte und der Name gehört dazu. Wir sind happy damit. 

In wie weit hat sich der Sound im Vergleich zu früher verändert? 

Jo: Mit dem neuen Album wollten wir bewusst einen Schritt aus der Komfortzone gehen und eine Popplatte machen. Soundmäßig war uns dafür keine Idee zu abgefahren, keine Überlegung war tabu. Es sollte ein Soundfeuerwerk aus allen Jahrzehnten Popmusik werden, aufregend, unberechenbar, mit Referenzen gespickt.

Mäx: Wir haben uns dazu 2 Jahre im Studio verkrochen und über 40 Songs produziert, von denen es dann 11 auf HIGH geschafft haben. Während wir vor 10 Jahren einfachen Teenie-Punkrock gemacht haben, steht HIGH für ausgereiften, bluesigen Popsound, der sowohl soundtechnisch als auch inhaltlich weit vorne ist. Es gibt viele elektronische Einflüsse, die dancig anmuten, aber der Blues in uns gibt die solide Basis für den Sound.

Fabi: 11x Hits…mit Blues. 

Was erwartet uns in diesem Jahr noch von euch? Wo soll es mit „High“ noch hingehen? 

Jo: Na, es gibt ja nur einen Weg, wohin es mit High gehen kann. Nach oben, richtig? 

Fabi: Wir spielen jetzt den ersten Teil unserer Tour im April, dann folgen die großen Festivals, weitere Singles und im Herbst gehen wir auf ausgedehnte Europa-Tour, u.a. auch Frankreich und evtl. Russland. Darauf freuen wir uns unglaublich: Reisen, Feiern, live spielen. 

Mäx: Wir haben gerade einfach eine unglaublich aufregende Zeit und genießen jeden Tag. High eben. 

Bilder: Killerpilze

Auf Hollywood Tramp teilt Berry E. eine bunte Auswahl an LGBT-Themen, Musik, Style, Sexappeal und Events, die ihn bewegen.

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Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!

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