Auf der Social Platform „Reddit“ behauptet ein schwuler User, dass man in der schwulen Szene nicht willkommen ist, wenn man nicht in eine bestimmte Form passt. Generell könnte man meinen, dass wir uns die meisten Probleme selber zuzuschreiben haben und tatsächlich ist da mehr dran, als man auf dem ersten Blick vielleicht denkt.

Der Reddit-User BBremer283 hat seinem Ärger Luft gemacht und seine Meinung über die LGBT-Community in einem Text veröffentlicht. Er schämt sich als schwuler Mann für die LGBT-Community, weil er nicht dem typischen Bild vom schwulen Mann entspricht. Er ist der Meinung, dass Männer, die nicht dem typischen Bild entsprechen, von der Community ausgestoßen werden: 

„Als schwuler Mann ist mir die LGBT-Community peinlich. Sie behaupten, für Akzeptanz und „Gemeinschaft“ zu sein, aber wenn du nicht in ihre Form passt, wirst du nicht akzeptiert. Zum Beispiel liebt diese Community Männer, die extrem weiblich sind. Ich passe nicht in die typische „schwule“ Form. Ich schaue gerne Basketball, gehe ins Fitnessstudio und bin ein richtiger Libertär. Sie wollen Leute wie mich weg sperren, denn wenn du nicht in ihre politische Agenda passt, bist du nicht willkommen. Das einzige Mal, als ich jemals zu einer LGBT-Gruppendiskussion ging, wurde ich rausgeschmissen, weil ich jemanden „beleidigte“, weil er die Tatsache aufbrachte, dass wir für viele unserer Probleme selbst verantwortlich sind. Offensichtlich verhält sich diese Gemeinschaft wie ein Haufen verwöhnter Kleinkinder. Ja, es gibt Leute, die dich hassen werden, nur weil du schwul bist, aber wen kümmert das? Ignoriere diese Leute einfach. Schwul sein ist nicht was oder wer du bist. Wenn du wirklich gleich sein willst…öffne die Tür für Diskussionen und beurteile Menschen basierend auf deren Charakter und Handlungen“. 

Die größte Ausgrenzung entsteht mittlerweile innerhalb der Szene

Auch wenn ich ihm in vielen Punkten nicht zustimmen kann, ist an dem Grundgedanken etwas dran. Die größte Ausgrenzung entsteht mittlerweile innerhalb der Szene. Während die Gesellschaft immer offener wird, wird es innerhalb der Community immer engstirniger. Die Ausgrenzung findet passiv statt, indem bestimmte Formen als Ideal vorgegeben werden und alle, die dort nicht rein passen eben alleine bleiben. 

Schauen wir uns das Schönheitsideal an. Entweder bist du ein Twink, ein Otter, ein Bär usw. Doch sobald du eine „behaarte Tunte“ mit Bart im Fummel bist oder ein „muskulöser Bär“, der sich aber sehr weiblich verhält, weist du die Community direkt auf ihre Grenzen hin. Auch die Figur ist strickt vorgegeben. Entweder bist du durchtrainiert oder richtig dick. Problemzonen akzeptiert keiner. 

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Die Ausgrenzung reicht vom Aussehen bis zur sexuellen Vorliebe

Auch sexuelle Vorlieben grenzen aus. „No Fems“ usw. kennen wir alle. Oder auch die Tatsache, dass Tops als idealer Mann gefeiert werden und Bottoms dem untergeordnet werden. Bisexualität wird von schwulen Männern überwiegend belächelt. Das sind alles schwule Männer, die sich nicht eingestehen wollen, dass sie komplett schwul sind. Der Hass ist also auch innerhalb der Szene da. Der Hass gegen die, die zu „schwul“ sind, der Hass gegen die, die zu Hetero wirken und gegen die, die eben beides oder alles sind.

Zu einer Minderheit zu gehört, macht aus dir also nicht zwingend einen toleranteren Menschen

Machen wir uns also doch die größten Probleme selbst? Zu einer Minderheit zu gehört, macht aus dir also nicht zwingend einen toleranteren Menschen, auch wenn man immer denken, dass Minderheiten besonders tolerant sein müssten. Bei Schwulen herrschen bestimmte Ansichten und diese müssen gelebt werden, sonst gehört man nicht dazu. Es gibt also auch die Schubladen innerhalb der Szene und vielleicht brauchen viele Menschen genau das, um sich einordnen zu können. Das Problem liegt aber vielleicht nicht an der Schublade selbst, sondern an der Art und Weise, wie wir die Menschen behandeln, die nicht rein passen. Dabei erheben wir doch immer selbst die Stimme, wenn jemand etwas gegen Schwule sagt. 

 

Wenn du schon hier bist, sag mir deine Meinung:

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Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!

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