Verlangen und Identität sind zwei verschiedene Dinge, die oft miteinander verbunden sein können, aber nicht Hand in Hand gehen müssen. Das sagt zumindest ein Evolutionspsychologe, der die Anziehungskraft von Menschen auf andere Menschen untersucht hat und nun erklären kann, wieso einige Männer gerne Sex mit anderen Männern haben, ohne sich als homosexuell zu bezeichnen.

Robert Burriss ist dieser Evolutionspsychologe, der die Anziehungskraft der Menschen erforscht und an der Universität Basel lehrt. In einem neuen Artikel von Psychology Today erklärt er den Unterschied zwischen Verlangen und Identität. „Eine Person kann sich als heterosexuell identifizieren, aber immer noch Lust haben oder sexuelle Kontakte mit Personen des gleichen Geschlechts haben“, schreibt er.

Von 24.000 Befragten hatten 800 zuletzt gleichgeschlechtlichen Sex

Er verweist auf eine aktuelle Studie von Arielle Kuperberg von der „University of North Carolina“ und einer Studie von Alicia Walker von der „Missouri State University“, die sich mit den sexuellen Erfahrungen von College-Studenten beschäftigten. Die Studie wurde innerhalb von sechs Jahren durchgeführt und befragte in dieser Zeit 24.000 Erwachsene. Von diesen 24.000 gaben rund 800 an, dass ihre letzte sexuelle Begegnung mit jemandem des gleichen Geschlechts war.

STUDIE – HETEROSEXUELLE MÄNNER BEKOMMEN NICHT GENUG SEX MIT MÄNNERN!

Bei Männern spielt oft auch Alkohol eine Rolle

Von diesen 800 Personen, waren 96 (12%) Männer, die sich für Homosexuelle bezeichneten, und 200 (25%) Frauen, die sich an lesbischen Geschlechtsverkehr beteiligten. Weiter beobachteten die Forscher, dass von den 800 Personen 29 Prozent angaben, dass sie zuvor mindestens eine gleichgeschlechtliche Erfahrung gemacht hatten. 22 Prozent gaben an, dass es ihre erste schwule Erfahrung war, und von diesen 22 Prozent sagten 70 Prozent, dass Alkohol eine Rolle gespielt hat. 

Manchmal passt die Identität nicht zum sexuellen Verhalten

Burriss sagt, dass die Studie hilfreich ist, um zu verstehen, warum Männer schwulen Sex haben, ohne sich als homosexuell identifizieren zu müssen. Es geht um die Idee von Wunsch gegen Identität: „Einige werden wahrscheinlich soziale Muster vor leben, um dem erwarteten Verhalten zu entsprechen“, schreibt er. „Andere hingegen werden wahrscheinlich ihre Sexualität erforschen wollen und sind entweder nicht bereit, ihre Identität dem anzupassen, dass zu ihrem Verhalten passt, oder sie denken, dass ihr Verhalten nicht zu ihrer Identität passt.“ Weiter sagt er: „Es ist unwahrscheinlich, dass die meisten dieser Studenten heimlich schwul sind. Einige werden zweifellos zu einer schwulen, lesbischen oder bisexuellen Identität übergehen, aber andere werden sich weiterhin als heterosexuell identifizieren“. 

Burriss sagt, dass nun weitere Forschungen notwendig wären, um die nächste Phasen ihres Lebens zu dokumentieren. Hier wird man dann ein vollständiges Verständnis davon bekommen, welchen Einfluss das Verlangen auf die langfristige Identität einer Person hat.

LAUT NEUER STUDIE HABEN VIELE HETEROSEXUELLE MÄNNER SCHWULE TENDENZEN

Bild: Instagram

Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!

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