Conchita Wurst verkündete auf Instagram, dass er HIV-positiv ist. Ein Ex-Freund drohte ihm diese private Information öffentlich zu machen. Somit war der heutige Schritt, sich selbst an Öffentlichkeit zu wenden, sicherlich mehr als befreiend.

Ob man HIV-positiv ist oder nicht, möchte man sicherlich für sich behalten oder zumindest selbst bestimmen können, wann und wie man damit an die Öffentlichkeit geht. Conchita Wurst hat sich heute zu dem Thema aus verschiedenen Gründen geoutet: „Ein Ex-Freund droht mir, mit dieser privaten Information an die Öffentlichkeit zu gehen, und ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen“, heißt es heute auf Instagram.

Seine Familie wusste seit dem ersten Tag Bescheid und habe ihn bedingungslos unterstützt: „Ihnen hätte ich die Aufmerksamkeit für den HIV-Status ihres Sohnes, Enkels und Bruders gerne erspart“. Wurst schreibt weiter: „Genauso wissen meine Freunde seit geraumer Zeit Bescheid und gehen in einer Unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem Betroffenen wünschen würde.“

Natürlich stellt sich die Frage, wie relevant diese Information für die öffentlich überhaupt ist? In erster Linie sollte der HIV-Status die Sexualpartner interessieren und nicht die breite Öffentlichkeit. Somit ist es umso trauriger, dass Conchita überhaupt in diese Situation kam, damit erpresst zu werden.

Das heutige Statement hat aber natürlich auch wichtige Nebeneffekte. So kann jemand wie Conchita Wurst vielen Menschen Mut machen und Aufklärungsarbeit leisten. Für ihn selbst war es sicherlich mehr, als befreiend, wie er schreibt: „heute ist der tag gekommen, mich für den rest meines lebens von einem damoklesschwert zu befreien“.

heute ist der tag gekommen, mich für den rest meines lebens von einem damoklesschwert zu befreien: ich bin seit vielen jahren hiv-positiv. das ist für die öffentlichkeit eigentlich irrelevant, aber ein ex-freund droht mir, mit dieser privaten information an die öffentlichkeit zu gehen, und ich gebe auch in zukunft niemandem das recht, mir angst zu machen und mein leben derart zu beeinflussen. seit ich die diagnose erhalten habe, bin ich in medizinischer behandlung, und seit vielen jahren unterbrechungsfrei unter der nachweisgrenze, damit also nicht in der lage, den virus weiter zu geben. ich wollte aus mehreren gründen bisher nicht damit an die öffentlichkeit gehen, nur zwei davon will ich hier nennen: der wichtigste war mir meine familie, die seit dem ersten tag bescheid weiss und mich bedingungslos unterstützt hat. ihnen hätte ich die aufmerksamkeit für den hiv-status ihres sohnes, enkels und bruders gerne erspart. genauso wissen meine freunde seit geraumer zeit bescheid und gehen in einer unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem betroffenen wünschen würde. zweitens ist es eine information, die meiner meinung nach hauptsächlich für diejenigen menschen von relevanz ist, mit denen sexueller kontakt infrage kommt. coming out ist besser als von dritten geoutet zu werden. ich hoffe, mut zu machen und einen weiteren schritt zu setzen gegen die stigmatisierung von menschen, die sich durch ihr eigenes verhalten oder aber unverschuldet mit hiv infiziert haben. an meine fans: die information über meinen hiv-status mag neu für euch sein – mein status ist es nicht! es geht mir gesundheitlich gut, und ich bin stärker, motivierter und befreiter denn je. danke für eure unterstützung!

Ein Beitrag geteilt von conchita (@conchitawurst) am

Bild: Markus Morianz

Auf Hollywood Tramp kommentiert DJ Berry E. LGBT-Themen, Lifestyle, Musik, Kultur und kreiert damit eine Mischung aus Magazin und persönlichem Blog aus der Szene, für die Szene!

Spread the love
  • 86
  •  
  •  
  •   
  •   
  •  
  •  
    86
    Shares