Arthur Beatrice kann man ruhig mit Größen wie „The XX“ oder „Florence + the Machine“ vergleichen. Die 2010 gegründete englische Indie-Rock Band promotete ihre erste Single ausschließlich über Social Media und baute sich damit langsam aber sicher eine große Fanbase auf. Nun das neue Album im Mai und damit auch langsam aber sicher der Durchbruch. Wir haben die Band zum Interview getroffen.

Wann war der Moment, als ihr als Gruppe begriffen habt, dass es nun ernst wird?

Ich glaube, für mich war es, als wir der Support für „Metronomy“ in der „Royal Albert Hall“ waren. Ich war schon als Kind von diesem Gebäude fasziniert und die Möglichkeit zu bekommen, an so einen legendären Ort vor einer anderen Band zu spielen, war unglaublich. Ich erinnere mich, wie ich auf das Publikum und die Bühne schaute, bevor wir sprachlos weiter machten. Das war der Moment, an dem ich fühlte, dass das alles langsam wahr wird. 

Was war denn die wertvollste Erfahrung oder Lektion bisher?

Es hört sich wie ein Klischee an, aber ehrlich und direkt zu sein ist wichtig. Es ist schwer sich vor so vielen Leuten zu präsentieren, doch am Ende lohnt es sich für beide Seiten, wenn man so offen und ehrlich ist, wie es nur geht. Dafür haben wir auch auf unserer neuen Platte gekämpft, denn manchmal kannst du mit Ehrlichkeit und einfachen Dingen eine bessere Verbindung aufbauen, als mit „cleveren“ Produktionen und Texten. 

Wie würdet ihr euren Sound beschrieben, wenn es kein Pop ist? 

Es ist Pop, aber mit einem Hauch von allen unseren Einflüssen zusammen gemixt. Wir alle hören und lieben so ein breites Spektrum an Musik und davon kann man kleine Teile hier und da hören. Alte Soul und Funk Platten, Hip Hop und Dance. Alle hatten einen Einfluss auf unseren neuen Sound. Wir hatten auch die tolle Gelegenheit mit dem „London Contemporary Orchestra“ und dem „C.K. Gospel Choir“ zu arbeiten, die uns inspiriert haben und kreativ auf eine Weise gepusht haben, wie wir es nie geglaubt hätten.

Ella, du bist die einzige Frau in der Band. Würdest du den Lifestyle auf Tour mit den Jungs eher als Gwen Stefani rockend mit No Doubt oder Fergie chillig mit den Black Eyed Peas beschreiben?

Das ist eine schwere Frage. Ich mag beide Frauen und bin mit beiden aufgewachsen. Sie hatten beide einen individuellen Stil und eine individuelle Ausstrahlung. Wenn ich müsste, würde ich aber sagen Gwen, denn sie scheint wie die Jungs zu sein. Ich mache schon seit über einem Jahrzehnt Musik und ich fühle mich in meinem Verhalten als Frau nicht anders als die Männer. Wir sind alle gleich albern und unreif, manchmal! 

Wie ist es mit Mode? Legt ihr Wert auf eure Looks?

Ich glaube, Mode spielt schon eine Rolle in den Shows. Die visuelle Ästhetik hilft die Stimmung zu erzeugen. Wir haben kürzlich eine Show beim „ICA“ gespielt und es gab diesen Moment, in dem die Jungs in einem Instrumental-Teil vertieft waren. Also rannte ich hinter die Bühne und machte einen kitschigen Kostümwechsel von ganz schwarz zu ganz weiß. Ich glaube wirklich, dass dieser Wechsel dem nächsten Song und dem Rest der Show mehr Energie gegeben hat.  

Versucht ihr denn auch Mal andere Bands zu sehen, wenn ihr auf einem Festival spielt und welche Band hat euch am meisten Beeindruckt?

Immer! Am Ende des Tages sind wir Musikliebhaber und wenn du die Gelegenheit hast, andere tolle Acts zu sehen, dann musst diese nutzen. Ich glaube, am meisten beeindruckt haben mich vor einigen Jahr beim „Pukklepop“ die Bands „Portishead“ und „Darkside“. Es war unglaublich diese live zu sehen und deren Visuals waren phänomenal. Karen Orten live zu sehen, war ein Kindheitstraum. Sie ist eine Heldin für mich und so cool. 

Was steht als nächstes an?

Unser Album „Keeping The Place“ erscheint am 20. Mai und wir starten eine kleine Tour in UK und Europa ab dem 24. Mai 2016, auf die ich mich sehr freue. Wir wollen so viele Gigs wie nur möglich spielen und so weit wie nur möglich reisen. Solange uns irgendjemand irgendwo hören will, sind wir glücklich. 

Das neue Video zu „Every Cell“ ist heute erschienen:

Im Mai gibt es die Möglichkeit Arthur Beatrice live zu sehen: 

29.05.2016 Berlin, Berghain Kantine
30.05.2016 Hamburg, Nochtspeicher
31.05.2016 Köln, Studio 672

Interview: Berry E. 
Bilder: Rosie Ellis

Auf Hollywood Tramp teilt Berry E. eine bunte Auswahl an LGBT-Themen, Musik, Style, Sexappeal und Events, die ihn bewegen.

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